375
die weit mehr Arbeiterinnen beschäftigt als die
Dann kommen gemäß der Zahl der weiblichen
nach folgende Gewerkschaften:
Buchdruckereihilssarbeiterinnen
Handels- und Transportarbeiter, II. Sektion
Textilarbeiter
Schneider, l. Sektion
Tabakarbeiter
Kürschner
Handlungsgehilfen
Fabrikarbeiter
Hausangestellte
vorgenannten Industrien.
Organisierten der Reihe
Weibliche
Männliche
Mitglieder
Mitglieder
l 510
—
1254
16185
710
1 435
600
4 750
540
622
422
291
352
1 005
230
6195
295
5
Man beachte, wie sehr das Verhältnis der iveiblichen zu den männ
lichen Organisierten von Gewerbe zu Gewerbe wechselt. Die Prozentzahl der
organisierten Arbeiterinnen wird eben nicht lediglich von der Prozentzahl
der weiblichen Arbeiterschaft des Gewerbes bestimmt, sondern auch von der
Natur der Arbeit, ihrer Bezahlung, der Rolle des Arbeitsverhältnisses
im Leben der Arbeiterin und noch vielen anderen sozialen Momenten.
Im allgemeinen kann man sagen, daß je mehr die gewerbliche Arbeit sich
von der häuslichen Arbeit der Frau unterscheidet, das heißt, je mehr sie in
vollem Sinne des Wortes Fabrik- oder Werkstattarbeit ist, sie auch
um so mehr das Denken und Empfinden der Arbeiterin den Gewerkschafts
ideen zugängig macht. Ferner ist das gemeinsame Arbeiten mit Männern
ein großer gewerkschaftlicher Erziehungsfaktor, ganz besonders dort, wo die
Arbeit selbst sich der Arbeit der Männer nähert.
Im ganzen hatten im Jahre 1908 mehr als die Äälfte der Organi
sationen, nämlich 38 von insgesamt 65, weibliche Mitglieder, während im