Badische Anilin- und Soda-Fabrik, Ludwigshafen a. Rh.
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Haushaltungsschule und Wöchnerinnen-Asyl.
HAUSHALTUNGSSCHULE. Die Erkenntnis, daß eine der häufigsten Ursachen für
ungünstige Verhältnisse in Arbeiterfamilien in dem mangelnden Verständnis der Hausfrau
für Führung des Haushalts liegt, veranlaßte die Geschäftsleitung im Jahre 1894 zur Errich
tung einer Haushaltungsschule für die Töchter ihrer Arbeiter. Es finden Jahreskurse
statt, die bisher in der Regel von 24 Schülerinnen besucht waren. Die Schülerinnen haben
volle Verköstigung, 6 derselben wohnen abwechslungsweise 3 Monate im Hause. Der Un
terricht wird von einer im Haushaltungsfach und Handarbeitsunterricht geprüften Vor
steherin und zwei weiteren Haushaltungs- und Kochlehrerinnen erteilt. Er umfaßt Kochen,
Waschen, Bügeln, Hausarbeiten aller Art, Einkauf von Lebensmitteln, Gartenbau und
Hühnerzucht; weibliche Handarbeiten aller Art. Neben praktischer Übung besteht theore
tische Unterweisung in den einschlägigen Fächern. Der Besuch der Schule ist für die Schü
lerinnen unentgeltlich.
ARBEITERBIBLIOTHEK. Für das Lesebedürfnis und zur Belehrung der Arbeiter
sorgt eine in der Hauptsache aus Stiftungen der Direktoren der Fabrik zusammengestellte
Arbeiterbibliothek, die im Jahre 1901 mit 1380 Bänden eröffnet, heute 5400 Bände
zählt. Die Ausleihe beträgt im Jahre etwa 41 000 Bände. Die Benutzung geschieht auf Grund
von Leihkarten an besonderen Ausgabetagen. Für die Verwaltung der Bücherei ist ein
Bibliothekar (Lehrer), ein Aufseher und für die Ausgabetage eine weitere Hilfskraft tätig.
Mit der Bücherei ist ein Lesesaal verbunden, in dem Bücher und Zeitschriften aufliegen.
TURNHALLE. Zur Förderung des Turnens errichtete die Fabrik eine Turnhalle,
die von verschiedenen Turngesellschaften, Arbeitern und Beamten täglich benutzt wird.
Für die Pflege der Musik haben sich in der Fabrik gebildet ein Gesangverein, ein Orchester
verein, dem die Fabrik die nötigen Instrumente stellt, eine Jugendgesangsabteilung
und ein Trommler- und Pfeiferkorps. Die letzteren Vereine, sowie eine Jugendab
tei lung zur körperlichen und geistigen Fortbildung junger Arbeiter sind Gründungen des
im Jahre 1911 ins Leben getretenen