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bedingungen der Familien, ja auch über deren Empfindungsleben.
Warum, so fragen wir, hat er so wenig von den Zahlen verwertet?
Warum hat er sie nie einander gegenübergestellt ?
Auch Paul de Eousiers hat sich schon mit dieser Frage be
schäftigt. Er macht darauf aufmerksam, daß ein für die Anschau
ungen Le Play’s so wichtiger Kreis von Tatsachen, wie es die Er
ziehung der Kinder ist, in den Zahlen der Familien-Budgets
Le Play’s wenig oder gar nicht zur Geltung gelangt ist. Aber wie
wäre es möglich gewesen, den Wert der Erziehung in solchen Zahlen
auszudrücken? Man kann die Arbeit der Mutter für Vieh und
Garten, für den engeren Haushalt, für Anfertigung von Kleidern
für die Kinder usw. ungefähr abschätzen und in Geld bewerten,
aber die erzieherische Tätigkeit, die doch mehr ein lebendiges Bei
spiel als eine besondere Arbeit ist, läßt sich weder in Zeit noch in
Geld abschätzen.
So ist es in anderen Fällen auch. Was erfahren wir aus dem
Budget über das jeweilige Erbrecht? Vielleicht ersehen wir aus
der Zahlung von Zinsen an die Geschwister oder an Kreditanstalten
etwas derartiges; meist ist es nicht der Fall und wenn schon, so
sind das doch nur unbestimmte Anhaltspunkte. Eher lassen sich
schon die wirtschaftlichen Wirkungen des Patronage-Systems,
der „Subventionen“, aus den Zahlen der Subventionen ersehen.
Aber doch nur die unmittelbaren Wirkungen, nicht ihre weiteren,
welche sich auf die dauernde Existenz der Familien beziehen.
Überhaupt sagen uns die Zahlen Le Play’s nichts von der Ent
wicklung der Familien, und selbst der erläuternde Text enthält
darüber nur wenig, selbst von der gegenwärtigen Generation, ge
schweige denn von den früheren. Liegt das an der Fragestellung
oder daran, daß es eben keine Entwicklung gab, daß diese stag
nierte? Le Play bleibt uns die Antwort schuldig.
Zu diesen Lücken im Budget tritt als weiterer Mangel hinzu, daß
andere wichtige Funktionen zwar zahlenmäßig erscheinen, daß aber
die Größe der Zahlen zur Wichtigkeit der Funktionen
in keinem Verhältnis steht, und daß sich deshalb ihre zahlen
mäßig feststellbaren Wirkungen weder mit denen anderer Funk
tionen derselben Familie vergleichen lassen, noch mit den Wirkungen
derselben Funktionen anderer Familien. De Eousiers erwähnt be
sonders den Unterricht und die religiöse Betätigung; man kann aber
ruhig sagen, daß das gesamte geistige und sittliche Leben im Budget
nicht in der richtigen Weise zur Geltung kommt. De Eousiers zieht