Object: Ursachen und Ziele des Zusammenschlusses im Gewerbe

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3236, Maschinen- und metallische Fabriken 208 mit 485734« Mühlen 144 
mit 169934, Bergbau 273 mit 9508, verschiedene Fabriken 277 mit 2415 PS. 
Also noch beinahe die Hälfte der Pferdestärken im Bergbau verbraucht!“ 
Aus dieser Darstellung ergibt sich, daß sich die Industrie für Kraft- und 
Arbeitsmaschinen auch noch in den ersten Anfängen befand. 
Es herrschte also die alte Technik bis in die vierziger Jahre vor in 
der Landwirtschaft und vor allem im Gewerbe. Die vom Lande aus 
gehende steigende Nachfrage nach gewerblichen Produkten konnte leicht 
befriedigt werden durch die Landhandwerker, die ländliche Hausindustrie 
und die noch stark vorherrschende Eigenproduktion der bäuerlichen 
Familien. Für das Handwerk in den Städten, das um die Mitte des Jahr 
hunderts im Verhältnis zur Bevölkerung noch mehr als dreimal so stark 
vertreten war wie auf dem Lande 1 ), fiel nicht viel ab, außerdem mußte 
sich das Anziehen der Preise aller landwirtschaftlichen Erzeugnisse bald 
bemerkbar machen. So können wir uns über die neuen zünftlerischen Be 
strebungen nicht wundem, die ihre Erfüllung in der preußischen Zunft 
gesetzgebung von 1849 fanden. Die Markterweiterung reichte für das 
Handwerk, insbesondere das städtische, nicht aus; es bedurfte der Kon 
kurrenzregulierung, um die Leistungsfähigkeit der Nachfrage anzupassen; 
dagegen war Raum für eine Industrie, die sich auf die neue Technik stützte. 
Die neue Industrie konnte zunächst auf das bisherige Absatzgebiet 
eines großen Teiles des Handwerks und der Hausindustrie rechnen, deren 
Verdrängung ihr möglich war teils, weil sie die gleichen Produkte billiger 
herstellte, teils, weil sie neuartige und aus anderen Materialien hergestellte 
Produkte an die Stelle der alten setzte. Ferner weitete sich der vorhandene 
Markt ständig durch das Wachsen der Bevölkerung und der Roherträge 
der Landwirtschaft. Aber diese Faktoren fallen jetzt schwerer ins Gewicht, 
da einerseits die rationellere landwirtschaftliche Betriebstechnik seit der 
Mitte des Jahrhunderts an Boden gewann und die Preissteigerung der 
agrikolen Produkte relativ milderte, während andererseits der Nachteil 
dieser Preissteigerung durch die Preissenkung der Industrieprodukte 
immer reichlicher kompensiert werden konnte. Außerdem begann die 
vollständige Umwälzung in der Landwirtschaft, die Durchführung der 
Agrarreform und die Rationalisierung der Betriebe, immer mehr die 
Grundlagen zu zerstören, worauf sich die bäuerliche gewerbliche Eigen 
produktion aufbaute 2 ), eine Tendenz, die ohne Zweifel vielfach durch 
die Billigkeit der industriellen Waren gefördert wurde. Nicht minder 
verlor der bürgerliche Hausfleiß an Boden durch die Konkurrenz der 
9 Pohle, Die Entwicklung S. 64. 
*) Sombart, Der moderne Kapitalismus Bd. II S. i4rff.
	        
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