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Hiernach müßte die Partei
in Berlin im Jahre 1893/94
gegenüber dem vorhergegange
nen Jahr einen großen Rück
gang erlitten haben. Es war
in der Tat ein Jahr starken
Geschäftsdrucks und damit ver
bundener großer Arbeitslosig
keit, trotzdem war von einem
erheblichen Rückgang der Be
wegung doch keine Rede. Die
Abnahme der Beittagssummen
erklärt sich vielmehr einfach dar
aus, daß das Jahr 1893 eine
Reichstagsauflösung mit dar
auf folgender Wahl eines neuen
Reichstags gebracht hatte, und
daß in Berlin außergewöhn
liche Beträge in Versamm
lungen, auf Listen usw. so
wohl für den Kampf am
Orte selbst als auch für den
Wahlfonds der Gesamtpartei
aufgebracht wurden. Daher
fielen sowohl die von den
Verttauensmännern an die
Parteileitung abgeführten Bei
träge als die dieser aus Berlin
von einzelnen Personen oder Gruppen übersandten freiwilligen Spenden
in diesem Jahr ganz besonders reichlich aus, und so zeigt das folgende
Jahr eine gewisse Erschöpfung. Auf diese folgt aber im nächsten Jahr
schon eine Erholung, kraft der die Parteibeiträge in einer Höhe ein
laufen, die der des Wahljahres nahezu gleichkommt. Dabei ist zu bemerken,
daß die Abrechnung für das in Frage kommende Jahr — 1894/95 — nur
11 Monate umfaßt, da von jener Zeit ab der Kassenbericht für die Partei
tage nicht mehr mit Ende September, sondern mit Ende August abgeschlossen
wird. Das nun folgende Jahr bringt wieder einen Rückgang, der auf
Rechnung des noch zu besprechenden Polizeistreichs zu setzen ist, aber im
Geschäftsjahr 1896/97 übersteigen die Beiträge, die Berlin abliefert, ttotz-
dem hier u. a. Tausende von Mark für den bedeutsamen Stteik der Ham
burger Hafenarbeiter gesammelt wurden, den Höhepunkt des Wahljahres 1893,
und im Jahr 1897/98, das wieder eine Reichstagswahl sich vollziehen sieht,
schnellen sie um 50 Prozent in die Höhe, und auf diesem Höhepunkt bleiben
sie auch im Jahre 1898/1899. Die betteffenden Zahlen sind:
Parteibettriige
Sonstige Beiträge
Mt.
Mk.
1895/96 .
. . . 31542
5 639
1896/97 .
. . . 37 804
3 792
1897/98 .
. . . 56 659
13 044
1898/99 .
. . . 57 628
5 647
Statut
des
Sozialdemokratischen
Waytvereins
des
4. Berliner Keichstags-Wahlkreises
(Eiid-Osten).
Gestiftet im Juli 1896..
Lerlag: Der Lorjiand des DeretnS.
Druck; IanIS-ewIkl & Duiti, Dresdener Cirafce 38.
N__ D
37. Titelblatt eines Mitgliedsbuches