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VII Abjgnitt: Cinzelne SHuldverhältnifje.
. Der Anfpruch aus 8 847 fteht nur dem unmittelbar Berleßten zu (alio
nicht 3. B. dem Vater wegen des Schmerze8 über den Verluft eines Kindes; j. Pland
Bem. 4, Aohler I S. 124.)
Nach 8 847 ift der immaterielle Schaden in folgenden Fällen zu erjeben:
a) wenn durch eine unerlaubte Handlung im Sinne des 25. Titels) eine
Rörper- oder Gefundheitsverlegung oder FreiheitsSentziehung
gl. über bdiefe Begriffe Bem II, A, 2, b und c zu 8 823) herbeigeführt
worden ijt (f. daS interefjante Urteil des OLG Hamburg vom 18. Juni 1903
Ripr. d. DLSG. Bd. 7 S. 156 ff., durch welches dem Mitglied einer Schüfs-
fapelle megen Nötigung zur Verrichtung gewöhnlicher Dienftleiltungen eine
Entfchädigung nach 8 847 zugebilligt murde). „Freibeitsentziehung“ ift mit
HreiheitSverlebung im Sinne des 8 823 AWobf 1 identilh Lang a. a. D. S. 11).
Ob dem Täter Yorfaß oder Fahrläffigkeit zur Laft fällt oder
feine Erfaßpflicht unabhängig von jedem Berfchulden eintritt
88 829, 833 Saß 1), fomnt nicht in Betracht (and. Unf. ohne überzeugende
Begründung Merz in Bl. f. NA. Bd. 62 S. 165 {f.); 8 847 findet daher auch
in den Fällen der 88 831 und 833 (Sa 1 und 2) Anwendung (ebenfo Urt.
d. Neichsger. vom 6. März 1902 NOE. Bd. 50 S. 252 ff, vom 19. April 1906
Xur. Wichr. 1906 S. 377, Urt. d. DL®. Kolmar vom 14. März 1906 Kipr.
d. DL®. Bd 14 S. 51, Urt d. DLSG. Hamburg vom 5 Juli 1907 Recht 1907
S. 1168, vom 7. Januar 1908 Ripr. d OLG. Bd. 18 S. 103 und vom
9, Dezember 1909 echt 1914) Nr. 3501; and. AUnf., wie e8 fOheint, Urt. d.
DL®6. Hamburg vom 13. Februar 1905 Rfpr. d. DLG. Bd. 12 S. 120).
Auch bei einer im DE erfolgten Verlegung des Körpers
oder der Gefundheit val. Bem. N, B, 5 zu $ 823) ift die Anwendbarkeit des
8 847 nicht grundfäßlich ausgefchlofen; freilid wird im Hinblick auf die
A Anfchauungen dag Erfordernis der „Billigkeit“ (f. unten
Or S hen Sällen Kaum jemals gegeben fein (ähnlich Höniger, Itecht
. Bei Erfaßanfprüchen, die ausSfhließlid auf Bertrag beruhen,
it 8 847 unanwendbar (Urt. d. Neichsger. vom 13. Dezember 196 ROE.
Bd. 65 €. 20 f. und die dort ermähnte Literatur; |. auch Urt. d. Neichsger,
vom 17. Dezember 199 Sur. Wichr. 1910 S, 112 und vom 11. März 1910
Recht 1910 Nr. 1584 hinfichtlih der Haftung _de3 Gaftwirts Für Unfälle im
Billoir, fowie Urt. d. OLG. Celle vom 5, Oktober 1905 Kipr, d. OLG.
Bd. 13 €, 15); dies gilt inSbefondere auch für Anfprüche aus S 618 (Urt.
d. DLSG. Bamberg vom 21. Oktober 1905 Senuff. Arch. Bd. 61 Nr. 80).
Bildet aber die Verlegung der Vertragspflidht zugleidh eine unerlaubte
Handlung (f. Vorbem. 11), fo kann, wenn die Klage auf die unerlaubte
Handlung gehübt wird, au Schmerzen8geld nad) S 847 verlangt werden
(Urt. d. Reichsger. vom 28. März 1906 Gruchot, Beitr. Bd. 50 S, 984 ff,
vom 1. OÖftober 1907 Mecht 1907 S. 1314 und vom 1. November 1907 Iur.
Wichr. 1907 S. 830, Urt. d. CLG®. Diüfjeldorf vom 6. Februar 1908 Ripr.
5 OLG. Bd. 18 S. 103 ff., Urt, d. DLSG. Kaljel vom 19. Januar 1910
ebenda Bd. 20 S. 278ff. und vom 21. Juni 1909 Itecht 1909 Wr. 2383,
Yang a. a. OD. S 8; and. Anf. vhne überzeugende Wegründung das er-
mähnte Urt. d. DL®, Bamberg); ,
wenn gegen eine Srauen8perfon ein Verbredhen oder Vergehen
mider die Sittlichkeit vgl. 8 823 Abi. 2 in Verbindung mit Ci®B.
88 174, 176, 177, 179, 182; %. auch $ 48 des Gef, über das Auswanderungs-
wejen vom 9. Juni 1897) begangen worden ift MEIN. 116; nach E. 1 follten
nur die Fälle in Betracht kommen, in denen durch den Vollzug der Bei-
mohnung eine firafbare Handlung diefer Art begangen worden ift), Den
Sal des S 182 St@OB. (Verführung eine8 undbercholtenen MödchenS3 unter
jechzehbn Jahren zum Beifchlafe) will Liszt (S. 41 ff.) vom Anwendungs-
zebiete des S 847 ausfchließen, falls nicht zugleich der Tatbeftand des S 825
gegeben ift, eine Anficht, die mit dem Wortlaute des SGejebges unvereinbar
ut gegen Liszt auch Yland Bem. 2, b und Lang a a. OD. S. 73 Anm. 176).
Ueber die Unmendbarfeit des S 847 Abf. 2 auf Rinder 1. auch Urt. d. OLG.
Rarlsruhe vom 23. Juni 1906 Ijpr. d. OLG. Vd. 14 S. 55; .
wenn eine SrauenSperfon durch Hinterlift, durgH Drohung oder
unter Mißbrauch eines Abbhängigkfeitsverhältniffes zur Se:
tattung der außerehelidhen Beimobnung beftimmt worden ift (vgl. S 825
md Bem, hiezu, Z®. HM, 447, Jacubeziy, Bem. S. 174, PB. IV, 694 ff.
HTK. 116); binfichtlich der Bultändiakeit }. unten Bem. 9.