fullscreen: Die Theorie der Volkswirtschaft

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Luxusartikeln („seltenen Gegenständen“). Die Erhöhung der Kauf 
kraft der Bevölkerung infolge des technischen Fortschrittes und 
der Verbilligung der Waren oder dank dem gesteigerten allge 
meinen Wohlstände führt dagegen zur Ausdehnung der Massen 
produktion von Gegenständen, die neue Bedürfnisse der Massen 
befriedigen. ' 
Vergleicht man die Verteilung der Produktivkräfte in Ruß 
land einerseits und in Deutschland oder in den Vereinigten 
Staaten andererseits, so wird man leicht herausfinden, daß Ruß 
land den ersten Typus der Volkswirtschaft (siehe das erste 
Schema) darstellt, während sich Deutschland und die Vereinigten 
Staaten dem zweiten Typus nähern. In Rußland wird haupt 
sächlich für den unmittelbaren Konsum der Volksmassen pro 
duziert, während in Deutschland ein viel größerer Teil der Be 
völkerung mit der Erzeugung minder notwendiger Produkte be 
schäftigt ist. 
So bleibt das Prinzip der Einteilung der Produktivkräfte über 
all das gleiche. In einer isolierten Wirtschaft sowohl als auch in 
einer Gemeinde-, Stadt- und Volkswirtschaft. In all diesen Wirt 
schaftstypen ist Planmäßigkeit in der Organisation zu finden, 
die durch die Verschiedenheit im Grade der Bedürfnisse be 
stimmt wird. Während aber in einer isolierten Wirtschaft und 
zum Teil noch in der Stadt für den unmittelbaren Konsumenten 
produziert wurde, wird mit der Entwicklung des Austausches für 
den Markt gearbeitet, auch wenn dort für das Produkt vielleicht 
keine Nachfrage vorhanden ist. In diesem Falle wird nicht mehr 
vorausberechnet, nach wieviel Waren gefragt wird. Der Grad 
des gesellschaftlichen Bedürfnisses nach irgend einer Ware wird 
erst festgestellt, wenn die Waren schon auf dem Markte sind. 
Dieses gesellschaftliche Bedürfnis wird aus der Summe der Be 
dürfnisse aller Einzelfamilien gebildet und muß sich nach dem 
Dringlichkeitsgrade der einzelnen Bedürfnisse richten. 
Aus der Analyse der Entstehung des Tauschwertes wissen wir 
schon, daß jedes wirtschaftende Subjekt danach strebt, seine 
Waren nicht unter ihrem Arbeitswert zu veräußern. Danach 
strebt auch jeder Käufer, da der Verkäufer von gewissen Er-
	        
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