Full text: Geschichte des Zentralverbandes der Stickerei-Industrie der Ostschweiz und des Vorarlbergs und ihre wirthschafts- und sozialpolitischen Ergebnisse

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Âontroíe, sie werde die Arbeitgeber veranlassen, es mit den 
Abzügen nicht zu bunt zn treiben. Einen speziellen Werth 
hatten die Abzugsnoten für den Einzelsticker, der nun voi 
der Willkür des Ferggers geschützt war. 
In der That schien die Maßregel einige Scheu vor der 
alten Abzugswirthschaft zu erzielen, wenigstens wurde selbst 
an einer Versammlung der nicht ohne Grund mit Abzügen 
hie und da besonders gesegneten Vorarlberger Sticker im 
Jahre 1887 öffentlich anerkannt, daß es in Bezug auf Ab 
züge besser geworden sei. Nach und nach verschwand die 
anfängliche Scheu wieder; man trieb in die alten Zustünde 
hinein, welche jetzt um so gefährlicher waren, als sie — wie 
schon erwähnt — auch faktisch ans .eine Umgehung des 
Minimallohnes hinausliefen. Die Klagen ertönten um so 
energischer, als man vermöge der Kontrole seit der Verbands 
gründung den ganzen Umfang des Unwesens übersehen konnte, 
während man früher nicht in dieser Lage war. An mehr 
als einer Delegirtenversanunlung wurden Anläufe gemacht, 
Ordnung i» die Sache zu bringen. Von vorarlbergischer 
Seite war z. B. der etwas sonderbare Antrag eingebracht 
worden, daß nur noch Abzüge von Fr. 5 an sollten gestattet 
sein. Man wollte damit den kleinen Abzügen den Garaus 
machen, hätte aber in Wirklichkeit nur den Retourwaaren- 
schtvindel großgezogen, abgesehen von der totalen inneren 
Rechtlosigkeit einer solchen Bestimmung. Es tauchten auch 
Vorschläge auf, die Abzüge überhaupt zu verbieten. Man 
begründete den Vorschlag damit, daß die Arbeitgeber alsdann 
vorsichtiger in der Auswahl der Arbeitnehmer und daß diese 
mehr darauf sehen würden, tadellose Waare zn liefern, da 
sie sonst Arbeitslosigkeit riskirten. 
Im Sommer 1890 nahm das Zentralkomite auch dieses 
Postulat an Hand, indem es der Delegirtenversanunlung 
vom 1. August beantragte, spezielle Experten über das Ab-
	        
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