Filmer, Dr. Alexander-Katz.
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Sozialversicherung steckt wissenschaftlich noch in den Windeln, wenn
sie sich auch schon genug betätigt hat. Aber auch unser Verein
muß sich der Beschäftigung mit dieser Versicherungsart mehr unterziehen,
besonders indem sich unsere Zeitschrift der Sache stärker
annimmt. Ich habe gefunden, daß die Sozialversicherung in der
Versicherungsmathematik gar keine Rolle spielt. Versicherungsmathematiker
haben sich bisher fast noch gar nicht literarisch mit
derselben beschäftigt, und doch liegt hier viel Material vor, dessen
Bearbeitung sehr wünschenswert wäre. Um übrigens noch etwas
aus den Leitsätzen zu erwähnen, so weiß ich nicht, wie unsere
Bibliothek jetzt bezüglich der Arbeiterversicherung bestellt ist.
Früher, als Herr Rechtsanwalt Rüdiger die Sache unter sich hatte,
hatte ich bei Prüfung des Katalogs gefunden, daß noch wichtige
Werke über Arbeiterversicherung fehlten; ich hatte deshalb
eine Liste von solchen Werken vorgelegt, deren Beschaffung wichtig
erschien.
Rechtsanwalt und Privatdozent Br. Paul Alexander-Katz-Berlin
:
M. H. ! Ich habe nur eine sehr kurze Bemerkung zu machen,
und zwar über die Frage, auf welchen Anstalten eigentlich der
Unterricht über Versicherungswissenschaft zweckmäßigerweise zu
erfolgen hat. Es besteht, wie Sie wissen, ein ziemlich scharfer
Gegensatz zwischen den Universitäten einerseits und den technischen
Hochschulen, zu denen die landwirtschaftlichen und die
Bergakademie mit gehören, anderseits und den Handelshochschulen,
die in neuerer Zeit gegründet worden sind und sich noch
in der Begründung befinden, dritterseits. Die Universitäten
stehen dem praktischen Leben verhältnismäßig fern, sie wollen die
abstrakte, die reine Wissenschaft pflegen und legen gerade einen
besonderen Wert darauf, daß sie nicht angewandte Wissenschaft
treiben, sondern die Wissenschaft um ihrer selbst willen. Es scheint
klar auf der Hand zu liegen, daß dem gegenüber solche Anstalten,
Welche nicht abstrakte Wissenschaft, sondern gerade die angewandte
Wissenschaft pflegen, eher geeignet sind, Versicherungswissenschaft
zu pflegen und zu verbreiten, als die Universitäten. Es würden
also meines Erachtens als Lehrstätten der Versicherungswissenschaft
nur in Betracht kommen die technischen Hochschulen und die
Handelshochschulen oder beide, und da meine ich, daß in denjenigen
Orten, in denen Handelshochschulen existieren, diesen der Vorzug
gegeben werden muß; in denjenigen Städten, wo technische Hochschulen
existieren, werden diese geeignet sein, Versicherungswissenschaft
zu lehren, denn man muß bedenken, daß in den technischen
Hochschulen ja immer schon ein bedeutender mathematischer Apparat
existiert. Alle Technik beruht im Grunde genommen zum großen
Teil wenigstens auf den mathematischen Erfahrungen, und alle Technik
ist schließlich angewandte Mathematik, wie angewandte Mechanik usw.
So finden sich auf den technischen Hochschulen eine ganze Anzahl
Lehrkräfte, welche geeignet sind, Versicherungswissenschaft zu unterrichten,
namentlich die Mathematiker, die auf den technischen Hoch-