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der in der Unbeständigkeit der Arbeitsverhältnisse vielleicht liegen
mag, schlecht an. ja man möchte geradezu sagen, es liege ein
logischer Widerspruch in solchem Verhalten bei Gemeinwirtschaften.
Das spezifische Streben nach einer Kontinuität des Einkommens
ist natürlich eigentlich erst ein Produkt der modernen Wirtschaftsorganisation,
es wird erst notwendig auf jener Stufe wirtschaftlicher
Entwicklung, auf der die Bedarfsbefriedigung grosser
Teile der Bevölkerung ausschliesslich im Wege Verkehrs wirtschaftlicher
Güterbeschaffung erfolgt. Denn die Unsicherheit des Einkommens
ist in jenen Perioden, in denen die einzelne Hauswirtschaft
noch in grösserem Ausmasse Produktions-, nicht bloss Konsumtionswirtschaft
war, nur für einen kleinen Bruchteil der Bevölkerung
eines Wirtschaftskreises in Frage gekommen und hat
vor allem nicht die Gesamtheit der unselbständig Arbeitenden
bedroht; und zwar schon deshalb nicht, weil die älteren Grundlagen
der Arbeitsüberwälzung, beziehungsweise des Arbeitsverhältnisses,
von denen oben die Rede war, von vorneherein eine
ungleich grössere Beständigkeit der Beziehungen zwischen dem
»Herrn« und dem »Sklaven«, »Diener« oder »Knecht« oder »Untertan«
u. s. f. schufen, und weil, wo diese Beständigkeit vielleicht
fehlte, wie im städtischen Plandwerk, das Gespenst der Einkommensunsicherheit
nur verhältnismässig wenige einzelne Individuen,
nicht aber ganze Familienhaushaltungen gefährdete. Freilich spielen
dabei noch andere rechtliche Tatsachen mit, vor allem die ganze
Handwerksordnung, darunter auch manche Härte individueller
Freiheitseinschränkung wie z. B. Radizierung der Gewerbe, das
Eheverbot für Gesellen u. dgl. m.
Ein anderes primäres Element, dem die Steigerung in
der Unsicherheit des Einkommens der unselbständigen Arbeiter
vor allem zuzuschreiben ist, ist in der Leichtbeweglichkeit des
Kapitales und der damit zusammenhängenden Unbeständigkeit
und Kurzlebigkeit der einzelnen Unternehmung zu suchen, Erscheinungen,
die, man mag die Dinge drehen, wie man will, nur
auf dem Boden völliger Gewerbefreiheit in solcher Stärke auftauchen
und so grosse Bedeutung erlangen 'konnten. Das s ekundäre
ist dann die Tatsache, dass heute auf der schwankenden
Grundlage eines jederzeit kündbaren ArbeitsVerhältnisses
die Einkommen der breitesten Schichten der Bevölkerung sich
aufbauen.
Wo immer diesem Keime so vieler Krankheiten des sozialen