Full text : Konserven und Konservenindustrie in Deutschland

s> n d.  j n  England  z.  B.  kamen  die  Sachverständigen  nach  langen
r  ar| dlungen  zu  der  Überzeugung,  daß  kein  Grund  dazu  vorläge,
Verwendung  der  Borsäure  gesetzlich  zu  verbieten.  Nun  haben
.  6r  derartige  Konservierungsmittel  die  Eigenschaft,  auch  nicht  ganz
em wandsfreien  Waren  den  Anschein  der  Frische  und  der  guten  Been
 heit  zu  geben.  Es  läßt  sich  also  nach  Verwendung  der  BorlUle
  n ' c ht  mehr  auf  das  bloße  Aussehen  hin  feststellen,  ob  eine  derr^ge
  Ware  eventuell  in  Verwesung  übergeht.  Das  ist  der  große
ac  teil  dieser  Konservierungsmittel.
Bei  der  Methode  der  Fleischkonservierung,  deren  sich  die  deutschen
iken  gegenwärtig  bedienen,  hat  man  indessen  die  Verwendung
° n  Konservierungssalzen  gar  nicht  mehr  nötig.  Allerdings  muß
c >  auf  ein  sehr  peinliches  Arbeiten  und  genaues  Einhalten  der
^  ocle  gesehen  werden,  wenn  die  hergestellten  Fleischkonserven
•-rnd  haltbar  sein  sollen,  während  bei  der  Verwendung  von  Kon-^ervierungssalzen
  ein  Verderben  weniger  leicht  möglich  war.  Vor
CIn  haben  aber  nunmehr  die  Konsumenten  des  deutschen  Dosenss
  die  Gewißheit,  ein  keine  schädlichen  Stoffe  enthaltendes
\b  ' n,t f srr nttel  zu  erhalten,  was  gewiß  viel  für  die  Erweiterung  des
Sd Ges  des  deutschen  Dosenfleisches  beigetragen  haben  mag.
( j.  4  Einen  positiven  Vorteil  bietet  den  Fabrikanten  des  Dosenfleisches,
Fle -  ^  n * C ^ lt  nur  se lhst  schlachten,  sondern  auch  ausgeschlachtetes
clSl -h  Von  überall  erhalten,  das  Borsäureverbot  insofern,  als  nunmehr
  H
_ Uas  gute  Aussehen  des  Fleisches  ihnen  eine  wirkliche  Garantie
^' e  gute  und  frische  Qualität  der  Ware  bietet,
der  diesen  Vorbemerkungen  gehen  wir  nun  zur  Beschreibung
j st  ^  gegenwärtigen  deutschen  Dosenfleischindustrie  über.  Natürlich
Wä  16  ^ n ^ ust:r * c  augenblicklich  noch  zu  jung,  als  daß  es  uns  möglich
j  ’  Von  ihr  eine  ebenso  ausführliche  Darstellung  wie  von  der  Ge-•
  V °nservenindustrie  geben  zu  können.
^  Abgesehen  von  mehreren  kleineren  Betrieben  sind  jetzt  sechs
Pj  J £ e bende  Fabriken,  welche  speziell  Dosenfleisch  herstellen,  in
&  ^ Sc hland  vorhanden.  Die  größte  Fabrik  ist  die  der  Firma  Eckardt
ers ;  Ihorst  in  Dissen  (Westfalen).  Die  genannte  Firma  war  die
die  Tr  ^  so ^ ort  nac b  dem  Inkrafttreten  des  Fleischbeschaugesetzes
P  K  •  a ° r ^ a ti°u  von  Corned  beef  auf  nahm.  Wenn  sich  zuerst  die
da-  *  at ' on  ’ n  bescheidenen  Grenzen  bewegte,  so  ist  dies  teilweise
Uan' 11 ^  Zurüc bzuführen,  daß  die  Importeure  vor  Inkrafttreten  des  geen
  Gesetzes  große  Mengen  ausländischer  Ware  auf  Lager  nahmen.
ü Cr  , as  ^' ese  Bestände  verkauft  waren,  was  im  Spätsommer  1902
" a fl  War,  wuchs  die  Nachfrage  nach  jüngerer  Ware.
            
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