Full text : Konserven und Konservenindustrie in Deutschland

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Seitdem  hat  die  Fabrikation  von  Corned  beef  in  Deutschland
beständig  zugenommen;  die  bestehenden  Fabriken  wurden  vergrößert,
neue  gegründet.  Ist  auch  der  Umfang  der  Produktion  der  erwähnten
größeren  Betriebe  verschieden,  so  kann  man  doch  annehmen,  daß
keine  unter  5000  kg  pro  Tag  während  der  Saison  verarbeitet,
Eckardt  &  Streithorst  in  Dissen  fabrizieren  als  die  bedeutendsten
ca.  6—8000  kg  Corned  beef,  verarbeiten  also  das  knochenlose  Fleisch
von  ungefähr  35  —  40  Rindern  pro  Tag  der  Kampagne.  Das  Vieh,
das  in  den  deutschen  Fabriken  zur  Verwendung  gelangt,  ist  f ast
durchweg  ausländisches.  Wiederholt  gelangte  in  der  Presse  die  trage
zur  Erörterung,  ob  für  die  Fabrikation  von  deutschem  Dosenfleisch
die  Verwendung  inländischen  oder  ausländischen  Rohfleisches  sic
mehr  empfehle.  Diese  Frage  berührt  lediglich  die  Interessen  der  ein
heimischen  Landwirtschaft.  Solange  Deutschland  aber  noch  erheb
liehe  Quantitäten  an  Vieh  und  Fleisch  aus  dem  Ausland  zur  Ver
fügung  gestellt  werden,  kann  die  Verwendung  inländischer  Ware
kaum  in  Betracht  kommen,  denn  die  einheimische  Konservenindustu 6
ist  darauf  angewiesen,  zwar  erstklassiges,  aber  doch  auch  möglich
billiges  Rohmaterial  zu  beziehen.  Zu  billigen  Preisen  aber  kann  die  >»
ländische  Viehproduktion  Material  nicht  zur  Verfügung  stellen,  d a  slC
den  schon  vorhandenen  Bedarf  ohnehin  nicht  völlig  zu  decken  vermag-Dazu
  kommt  noch  ein  weiteres.  Da  größere  Schwankungen  llT1
Preise  der  fertigen  Ware  den  Verkauf  sehr  erschweren,  so  suche»
die  Grossisten,  als  die  unmittelbaren  Abnehmer  der  Fabriken,  ( ’ ur  _
feste  Abschlüsse  sich  vor  Differenzen  zu  schützen,  weshalb  auch  1
Fabrikanten  ihrerseits  zu  größeren  Abschlüssen  beim  Ankauf  A ireS
Rohmaterials  gezwungen  sind.
Nach  Ansicht  der  Fabrikanten  ist  überdies  auch  das  ausländis»
Weide-  oder  Steppenvieh  zur  Fabrikation  geeigneter  als  meist  .  ^
Stall  gemästetes  deutsches,  weil  das  Fleisch  des  letzteren  trocken  .
Die  deutschen  Fabrikanten  kaufen  zum  Teil  Vieh  in  Rußland,  spe zl

im  Gouvernement  Orenburg,  in  Kurgan  in  Westsibirien,  zum

iell
Teil  in
den  Moldauniederungen  Rumäniens,  weiten  Flächen,  auf  denen  g r °^ e
Herden  Rindvieh  zum  Verkauf  stehen.  Sie  lassen  es  dort  schlachte»
und  senden  das  Fleisch  an  ihre  deutschen  Fabriken.
Während  in  Deutschland  der  billigste  Preis  für  Rindfl e * sC
z.  B,  im  Flerbst  1904  55  M.  per  100  Pfund  Schlachtgewicht  betrug’
wurde  zu  gleicher  Zeit  für  dieses  russische  und  rümänische  F' elS ^’
einschließlich  Zoll  und  Spesen,  nur  45  M.  von  den  Fabriken  g eza
In  Rußland,  speziell  in  Westsibirien,  wird  das  zum  Schlachte»
bestimmte  Vieh  bei  Eintritt  des  Frostes  geschlachtet,  das  Fleisch  a
            
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