Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Milch  und  Molkerei-Erzeugnisse.

zwischen  etwa  8  und  10°/ 0 .  Für  den  sicheren  Nachweis  einer  Wässerung  dienen
die  hei  Vollmilch  (S.  490  u.  492)  angeführten  Untersuchungen  hezw.  Berechnungen.
3.  Die  Buttermilch.  Ungewässerte,  bei  regelrechtem  Buttern  gewonnene
Buttermilch  hat  ein  spezifisches  Gewicht  von  1,032  —  1,035  bei  15°  und  einen
Fettgehalt  von  0,3  —  0,8  °/ 0 .
4.  Die  Molken.  Der  Wert  der  Molken  hängt  wesentlich  von  deren  Gewinnungsart ­
  ab;  ein  Wert  von  allgemeiner  Gültigkeit  läßt  sich  nicht  angeben;  er
ist  im  wesentlichen  durch  den  Milchzucker  (4,5—5,5  °/ 0 )  bedingt;  denn  bei  etwa
93,94  °/ 0  Wasser  enthalten  sie  nur  wenig  Stickstoffsubstanz  (0,5—1,0  °/ 0 ),  wenig  Fett
(0—0,5  °/ 0 )  und  0,4—0,6  °/ 0  Mineralstoffe.  Das  spezifische  Gewicht  schwankt  gleich
dem  des  Milchserums  im  allgemeinen  von  1,027—1,029.
Untersuchungsverfahren.
Die  chemischen  Untersuchungsverfahren  für  Eahm,  Magermilch,  Buttermilch
und  Molken  sind  im  allgemeinen  dieselben  wie  die  für  Milch,  doch  sind  unter
Umständen  geringere  (z.  B.  bei  Fettbestimmung  im  Rahm)  oder  größere  (z.  B.  bei
Magermilch)  Substanzmengen  zu  verwenden,  als  sie  bei  den  einzelnen  Verfahren
schon  angegeben  sind.  Ferner  ist  zu  beachten,  daß  die  Fl  eis  chm  an  n  sehe  Formel
auf  diese  Milcherzeugnisse  nicht  anwendbar  ist.  Im  einzelnen  ist  noch  folgendes
zu  bemerken:
a)  Fettbestimmung  im  Rahm.  Bei  dem  Gottlieb-Röseschen  Verfahren
empfiehlt  es  sich,  die  Anmerkungen  No.  1  und  6  (vergl.  S.  454)  besonders  zu  beachten. ­

Beim  acidbutyrometrischen  Verfahren  empfehlen  N.  Gerber  und
M.  M.  Craandijk 1 )  in  den  dem  Apparate  beigegebenen  Becherchen  5  g  Eahm  abzuwägen ­
  und  in  besonders  angegebener  Weise  das  Becherchen  in  die  Butyrometer
einzufügen.  Da  die  Ergebnisse  bei  diesem  Verfahren  stets  zu  hoch  ausfallen,
empfehlen  Gerber  und  Craandijk  von  dem  abgelesenen  Fettgehalte  0,50°/ 0  abzuziehen. ­
  Zutreffendere  Ergebnisse  werden  nach  M.  Kämnitz 2 )  erhalten,  wenn
man  in  Rücksicht  zieht,  daß  die  Butyrometer  auf  Grund  der  Annahme  eines  mittleren
spezifischen  Gewichtes  der  Milch  von  1,03  kalibriert  sind,  der  Eahm  aber  ein
niedrigeres  spezifisches  Gewicht,  z.  B.  bei  30°/ 0  Fett  ein  solches  von  1,000  hat.
Man  wägt  etwa  50  g  Rahm  in  einem  200  ccm-Kolben  ab,  füllt  mit  Wasser  bis  zur
Marke  auf  und  bestimmt  das  spezifische  Gewicht  (s)  dieses  verdünnten  Rahmes,  sowie
seinen  Fettgehalt  (b)  in  der  bei  Milch  üblichen  Weise;  alsdann  berechnet  sich  der
Fettgehalt  des  Rahmes  (f)  nach  der  Gleichung:
f  _  2  b  .  1.03
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b)  F’ettbestimmung  in  der  Magermilch.  Für  die  Fettbestimmung  nach
dem  acidbutyrometrischen  Verfahren  gibt  die  neueste  Gebrauchsanweisung
(Juli  1904)  folgende  Vorschrift:  Sobald  die  Magermilch  in  der  Säure  gelöst  ist,
müssen  die  Butyrometer,  ehe  sie  in  die  Zentrifuge  oder  das  Wasserbad  gelegt
werden,  2—3  Minuten  anfangs  schwach,  nachher  mäßig  stark  geschüttelt  werden;
hierdurch  wird  die  Ausschleuderung  des  Fettes  bedeutend  erleichtert.  Um  sicher
zu  sein,  daß  alles  Fett  abgeschieden  ist,  empfiehlt  es  sich,  die  Proben  zwei-  bis
dreimal  je  2—3  Minuten  mit  mindestens  700  Touren  in  der  Minute  zu  schleudern
und  vor  jeder  Schleuderung  einige  Minuten  im  Wasserbade  von  60—70°  zu  er-*)

  Milch-Ztg.  1898,  27,  273.
2 )  Ebenda  1898,  27,  694.
            
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