Full text: Die modernen Lösch- und Ladeeinrichtungen und ihre Bedeutung für die Seeschiffahrtsbetriebe

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Gebührensätze der öffentlichen Kaianlagen aber sind sie gewisser 
maßen gebunden. Sie dürfen nämlich in Fällen, wo Schiffe, die 
nicht ihrem Betriebe angehören, die Privatkais benutzen, nicht 
von den staatlichen Gebührensätzen abweichen. Verboten ist den 
Privatkais, einen regelrechten Kaibetrieb zu unterhalten und so 
mit mit dem öffentlich staatlichen Kaibetrieb in Wettbewerb zu 
treten. Es ist ihnen vielmehr nur erlaubt, in Fällen, wo die staat 
lichen Kais überfüllt sind, im Einverständnis mit der Staatskai 
verwaltung und dem Schiff selbst den Frachtumschlag am Privat- 
kai vorzunehmen. 
Zu erwähnen wäre noch die Möglichkeit, daß ein Schiff, 
welches im öffentlichen Kaibetriebe löscht oder ladet, eine Teil 
ladung für Rechnung eines Privatkaibetriebes abgeben oder 
empfangen soll. In solchem Falle wird die Raumgebühr vom 
Schiff nur einmal erhoben. 
Wirkung der Gebührensätze. 
Der schon früher erwähnte Raumgebührensatz bei Benutzung 
der Kaianlagen ist von einschneidender Bedeutung für die Ab 
wicklung des Kaibetriebes gewesen. Die Zeit von fünf Tagen, 
für welche die Raumgebühr von 17,5 Pfg. zu zahlen ist, genügt 
bei den Schiffen, die im intereuropäischen Verkehr beschäftigt sind, 
vollständig, um sowohl das Löschgeschäft wie das Ladegeschäft 
am Kai zu bewältigen. Nicht so jedoch bei den großen trans 
atlantischen Dampfern, bei denen wir mit ganz anderen Raum 
abmessungen zu rechnen haben. Die durchschnittliche Größe der 
im transatlantischen Verkehr beschäftigten Dampfer beträgt über 
das Vierfache der den europäischen Seeverkehr vermittelnden 
Schiffe. Es ist begreiflich, daß Bestimmungen, die auf mittel 
große Schiffe zugeschnitten sein müssen, für Dampfer, die diese 
Durchschnittsgrößen weit überragen, zu einer Kalamität werden 
müssen. Einige große Linien sind zum Teil wegen des hohen Zu 
schlags zur Raumgebühr zur Pachtung übergegangen. Immer 
hin sind noch sehr viele einheimische, wie auch fremde Ozean 
dampfer vorhanden, die von dem hohen Zuschlag zur Raumgebühr 
betroffen würden, wenn sie ihr Lösch- und Ladegeschäft aus 
schließlich am Kai erledigen wollten. Denn es ist klar, daß selbst 
mit Überstunden und Nachtarbeit die Zeit von fünf Tagen für 
einen transatlantischen Dampfer nicht genügt, eine Frist, die fest 
gesetzt ist unter Berücksichtigung von Schiffsgrößen, die nur ein 
Viertel der heutigen transatlantischen Dampfer ausmachen. Diese
	        
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