fullscreen: Einführung in die Volkswirtschaftslehre

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Die Arbeit. 
durch einen Handgriff am Ausschalter still gestellt werden, und 
zwar ohne jeden ökonomischen Verlust. ' Dies wird von größter 
Bedeutung für alle diejenigen Aleinproduzenten, die sich für ihre 
Leistungen einer wenn auch noch so einfachen Arbeitsmaschine 
bedienten, die sie bisher mit Hand oder Fuß antreiben ntußten; 
der Webstuhl des Hauswebers, die Töpferscheibe des Töpfers, die 
Schleifscheibe des Diamantenschleifers erhalten nun mechanischen 
antrieb, welche Erleichterung des Arbeiters dies bedeutet zeigt 
vielleicht am deutlichsten ein Blick auf die verbreitetste Arbeits 
maschine, die Nähmaschine; alle Frauen wissen, wie anstrengend 
der Hand- oder Fußantrieb der Nähmaschine auf die Dauer ist 
* Der Elektromotor nimmt nun diese Aufgabe auf sich, und es 
wird nicht lange dauern, daß der Kleinmotor auch in die pribat» 
Wohnungen einzieht und nach einfachem Anschluß durch den 
Steckkontakt rascher, gleichmäßiger, unermüdlicher als je Men 
schenkrast dies vermöchte, die Nadel auf und nieder führt. 
Die Beherrschung der mechanischen Kraft entspricht aber noch 
mehr, sie will den Maschinentyxus des alten Schlages, dessen x 
IDefeh nach einer bekannten Begriffsbestimmung von Reuleaux 
in der zwangsläufigen Bewegung liegt, durch einen neuen er 
setzen, welcher der Arbeit die Freiheit der Bewegung zurückgibt. 
Ehe wir jedoch von diesen neuen Kräften — es handelt sich in 
erster Linie um Elektrizität und Preßluft — weiter sprechen 
müssen wir erst noch die A r b e i t s m a s ch i n e in ihren wir^ 
Fungen auf Produktion und Produzenten näher kennen lernen. 
Die Arbeitsmaschine ist es, mit der die überwältigende Mehrzahl 
der Arbeiter allein in Berührung kommt; sie ist es, die oft genug 
öen^ arbeitenden Menschen selbst zur Maschine herabgewürdigt 
entseelt, zum reinen Nittel der Produktion gemacht hat die an 
Stelle der menschlichen die „eiserne" Vernunft setzte. Ihr sind 
freilich auch die Großtaten der Technik, die Verfeinerung der 
äußeren Lebensführung zum großen Teile zu verdanken, auf die 
unsere Zeit in Ermangelung besserer Dinge so stolz war. . In 
ihren Wirkungen tritt der Kampf zwischen Produkt und Produ 
zent am schärfsten und klarsten in Erscheinung. 
Der Mensch ist ein unendlich beeindruckbares Wesen: „ein 
Spiel von jedent Druck der Luft". Die größten Dinge wie die 
kleinsten wirken auf uns, Schicksal und Verdauung, Barometer 
stand und Frühling, das Buch, das wir lesen, die Worte, die wir 
hören. Alle unterliegen wir steten Schwankungen des körperlichen
	        
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