Full text : Die Aufgaben der Volkswirtschaftslehre als Wissenschaft

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von  Gustav  Cohn,  der  selbst  Anhänger  der  ethischen
Richtung  ist:  „Wenn  irgend  etwas  unfruchtbar  an  ,exakten 1
Wahrheiten  für  unser  Fach  gewesen  ist,  so  ist  es  die  ganze
historische  Forschung  älteren,  neueren  und  neuesten  Datums“ ­
  !).  Ob  dieses  wissenschaftliche  Manko  —  mir  wenigstens ­
  scheint  es  ein  solches  zu  sein  —  wett  gemacht
.werden  kann  durch  erfolgreiche  politische  Taten  der
National-Ökonomen,  wird  später  zu  prüfen  sein.
Die  Stimmen  derer,  die  direkt  oder  indirekt  zugeben,
daß  man  die  Klassiker,  insbesondere  den  Meister  des
Isolierverfahrens  Ricardo  schlechter  machte,  als  sie  es  verdienten, ­
  mehren  sich,  man  sieht  immer  deutlicher  ein,  daß
die  Klassiker  mit  ihrer  Methode  durchaus  nicht  auf  falschem
Wege  waren.  Max  Weber,  ein  „Jünger  der  historischen
Schule“  weist  entschieden  den  einst  so  beliebten  Spott
über  die  sogenannten  Robinsonaden  der  abstrakten  Theorie
zurück,  scharfe  genetische  Begriffe  müßten  notwendig
„Idealtypen“  sein 1  2 ).  Schulze-Gävernitz,  der  doch  auch
nicht  vom  Klassizismus  ausgegangen  ist,  findet  den  Versuch, ­
  „auch  die  gesellschaftliche  Phänomene  naturwissenschaftlicher ­
  Betrachtung  zu  unterwerfen,  durchaus  berechtigt.“ ­
  Er  meint  in  seiner  jüngsten  Schrift: 3 )  „Es  liegt  auf
der  Hand,  daß  die  Isolier-Methode  der  national-ökonomischen ­
  Klassiker,  wie  sie  z.  B.  Dietzel  wieder  meisterhaft ­
  handhabt,  ebenso  wie  die  Wert-Psychologie  der  Österreicher ­
  durchaus  in  dieser  Richtung  geht.  Was  dem  Naturforscher ­
  das  Experiment,  das  leistet  dem  National-Öko-1)

  „Über  den  wissenschaftlichen  Charakter  der  Nationalökonomie“
Archiv  f.  Sozialwissenschaft  Bd.  XX,  S.  477.
2)  ,Die  „Objektivität“  sozialwissenschaftlicher  und  sozialpolitischer
Erkenntnis“,  Archiv  f.  Sozial.  Wissenschaft  XIX  S.  70  und  S.  82.
3)  „Marx  oder  Kant“,  S.  30.
            
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