Full text: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

1. Die Römische Reichspost. 
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dürfnis nach Fortbewegung von Gütern geben die Eisenbahnen den Wasserstraßen 
manche Güter wieder ab, während umgekehrt diese jenen große Frachtmengen zu 
führen, wie dies in dem bedeutenden Umschlagsverkehr vieler Rheinhäfen auch 
äußerlich ersichtlich wird. 
Wie sehr das Zusammengehen der Schiffahrt mit den Eisenbahnen ersprießlich 
wirkt, zeigt die Geschichte von Mannheim und Mainz im 19. Jahrhundert. Mann 
heim ist groß geworden mit Hilfe der badischen Bahnen. Letztere gewährten unter 
Berücksichtigung der Schwierigkeiten, die der Strom oberhalb Mannheims den Fahrten 
bereitet, bei Zu- und Abgängen nach diesem Platz Tarifreduktionen, welche es der 
Stadt ermöglichten, ihre Stellung den deutschen Seehäfen gegenüber aufrecht zu er 
halten in einer der Entwicklung ihres Verkehrs förderlichen Weise, woraus sie wieder 
nach den Umladungen direkten Nutzen zogen. Anders lagen die Verhältnisse in Mainz. 
Die Hessische Ludwigsbahn, der es zum Knotenpunkt diente, war eingeklemmt von 
Staatsbahnen und nicht stark genug, ihrer Zentrale die Vorteile zu bieten, welche 
Mannheim bereitwilligst erhielt. Die Waren wurden durch den Konkurrenzkampf der 
verschiedenen Verkehrsmittel statt in den Mainzer Hafen um diesen herum geführt. 
Erst seit Verstaatlichung der hessischen Bahnen unter Angliederung an das preußische 
Eisenbahnnetz haben sich diese Verhältnisse entschieden gebessert. 
Anmerkungen. 1. Über die Gesellschaft der „Adler des Oberrheins" vgl. Eckert a. a. O. 
S. 273 f. 
2. Näheres über die Marktdampfschiffahrt der Gebr. Ohlenschläger bei Eckert S. 208f. 
3. Zwischen der Kölner und der Mainz-Düsseldorfer Dampfschiffahrtsgesellschaft war 
im Jahre 1853 eine Art Kartell zustande gekommen. Eckert S. 277 f. 
4. Die von Baden, Bayern, Frankreich, Hessen, Holland und Preußen vereinbarte „Revi 
dierte Rheinschiffahrtsakte" vom 17. Oktober 1868 (in Kraft seit dem 1. Juli 1869) erklärt die 
völlige Freiheit der Schiffahrt auf dem Rhein und seinen Ausflüssen von Basel bis in 
das offene Meer hinein für Fahrzeug aller Nationen zum Transport von Waren und 
Personen, sofern sie den Vertragsbestimmungen und den zur Aufrechterhaltung der allge 
meinen Sicherheit erforderlichen Polizeivorschriften Genüge leisten. Eckert S. 364f. 
5. Der gesamte Schiffahrtsoerkehr in den Rhein-Ruhr-Häfen stellte sich 
im Jahre 
auf t 
im Jahre 
auf t 
1902 
14 596 150 
1907 
21 592 499 
1903 
19 053 507 
1908 
23 668 501 
1904 
18 802 432 
1909 
25 409 735 
1905 
19 871 342 
1910 
28 419 322 
1906 
20 962 469 
1911 
30 068 887 
Jahresbericht der Handelskammer in Duisburg für 1911. Duisburg- 
Ruhrort, Druck von Ioh. Brendow & Sohn, [1912]. S. 49. 
(Zusatz von G. M.) 
II. post. 
1. Die Römische Reichspost. 
Von Karl Rodbertus. 
Rodbertus, Kommunikationsmittel im klassischen Altertum- In: Briefe und sozial 
politische Aufsätze. Herausgegeben von Meyer. 2. Bd- Berlin, Adolf Klein, [1882]. S. 514—517. 
Die Römische Reichspost, der sog. cursus publicus, wurde von Augustus ein 
gerichtet. Ein, wenngleich unvollkommenes Vorbild dazu bot ihm die altpersische 
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