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die allgemeine Staatspost eingeführt wurde. 1 ) So hat sich auf dem
hamburg-holländischen Kurs die aus der städtischen Entwicklungs
reihe vorzüglich hervorgegangene Organisation sehr lange gehalten.
Ein anderer Botenkurs, der erst sehr spät gesprengt wurde, war der
Nürnberg—Hamburger, 1 ) mit dem auch Bremen durch den Botenzug
comme les chemins de fer: L’Allemand n’ost pas presse“.]. Die erste Pferde
bahn Herdentor—Vahr—Horn wurde 1876/77, der Stadtanschlufs 1883 von der
Bremer Gesellschaft Bremer Pferdebahn, Hastedt—Walle durch die Stadt 1879 von
der englischen Grofsen Bremer Pferdebahn, die 1899 in das Eigentum der bremischen
Gesellschaft, seit 1892 Bremer Strafsenbahn, überging, die erste elektrische Bahn
Sohüsselkorb—Bürgerpark von der Bremer Pferdebahn 1890 eröffnet. (H. A.
Müller, Gedenkbuch, S.131; Hubert Wania, Dreifsig Jahre Bremen, 1876—1905,
Bremen 1906, S. 8, 14, 15. 181 etc.; Fr. Buchenau, Die freie Hansestadt
Bremen, 1900, S. 55; Ernst Egerer, Die Entwicklung der städtischen Per
sonenverkehrsmittel, Deutsche geographische Blätter, XXIX. Bd., S. 167.) Vom
Reisefuhrwerk ohne Pferdewechsel, wie es die älteren Ordonnanzfuhrleute
aufser der Reihe, im neunzehnten Jahrhundert die Mielkutscher neben ihrem
Stadtverkehr stellten, kommt das Reisefuhrwerk der Handlungsreisenden, der
früheren Musterreiter, noch auf einigen Osnabrücker Routen vor.
*) S. Heinrich Stephan, Geschichte der Preufsischen Post, Berlin,
1859, S. 234 ff. zu den holländischen Posteinrichtungen. Die Bekämpfung der
verschiedenen älteren Botenposten durch die preufsische Staatspost bildet einen
immer wiederkehrenden Bestandteil der Schilderung, in den Anfängen und auch
später in neuerworbenen Staats- oder Postgebietsteilen. Zu den Postlheorien
sowohl gegenüber den städtischen Botenposten als in dem Streit zwischen
Taxis und den Territorialposten ist etwa auf das Sammelwerk von Leonhardi,
Scriptores et excerpta juris postarum, Leipzig 1710, hinzuweisen, das eine
Reihe von Darstellungen und Polemiken vereinigt. Ich bin in meiner
Darstellung des Frachtfuhrwe.sens näher auf diese Dinge eingegangen. — Zur
Geschichte der holländischen Post ist neuerdings erschienen J. C. Overvoorde,
Geschiedenis van het postwezen in Nederland vöör 1796 met de vornaamste
verbindingen met het buitenland, Leiden 1902 (zum bremischen bezw. hamburg
holländischen Botenkurs speziell blz. 22, 54, 55, 56, 83, 113, 179, 181 ff.,
189 ff., 315, 322, 341, 465, 473 ff., 493, 497, 502, 511, 516, 519). [Zur neueren
holländischen Postgeschichte W. Ringnalda, Hoofdtrekken van de geschiedenis
van het Nederlandsch postwezen inzonderheit sedert de eerste wettelijke ivgeling
van den postdienst, s’Gravenhage 1896.] Einiges zum älteren Boten- und
Postwesen in Emden auch noch bei G. Pr offen, Auszug aus der Chronik
des Kaiserl. Postamts Emden, Deutsches Postarchiv, 1875, S. 452 ff. Zum
Nürnberger Botenkurs ist noch die kleine Spezialdarstellung zu erwähnen:
A. Seeger, Nachrichten über den Hamburg-Nürnberger Botenkurs in der
Grafschaft Wernigerode, Deutsches Postarchiv, Bd. I, 1873, S. 398. — Über
die Frankfurter Botenpost, den Botenzug nach Bremen und die Anknüpfung
von Taxis im Norden s. B. Faulhaber, Geschichte der Post in Frankfurt
a. M., Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst, N. F., Bd. X., Frankfurt
a. M. 1883, S. 10 ff, 12, 35, 36, (63), 87, 88, (130); Georg Steinhausen,
Geschichte des deutschen Briefes, II. Teil, Berlin 1891, S. 161, 162,