Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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das  Hohl  in  älterer  Zeit  bisweilen  Mündener  Schiffer  durchgelassen.
In  der  französischen  Zeit  war  es  weggerissen.
Auch  Schiffe  mit  Mühlensteinen,  die  man  nicht  umladen  konnte,
wurden  von  der  Werra  her  durchgelassen.  Sonst  diente  die  Einrichtung ­
  des  Hohls  dem  Flofsverkehr.
Im  übrigen  wurden  alle  Waren  in  Münden  umgeladen  und  zwar
durch  die  Stadt.  Die  Schiffe  kamen  nicht  Seite  an  Seite. 1 )
Auch  die  Fulda  ist  in  der  Dampfschiffszeit  ausgeschaltet
worden,  bald  nach  dem  ersten  Versuch  mit  dem  kleinen  Dampfer
Eduard,  den  der  Mündener  Kaufmann  Wüstenfeld  1843  unternahm
und  der  mit  einem  energischen  Verbot  der  hessischen  Regierung,
jemals  wieder  nach  Kassel  zu  kommen,  endete. 2 )
Für  die  Entwicklung  der  modernen  Schleppschiffahrt  blieb  nur
die  eigentliche  Oberweser  bis  zur  neueren  Eröffnung  der  Fulda  und
Aller  1899. 3 )  Die  Allerschiffahrt  hörte  Mitte  der  sechziger  Jahre  auf. 4 )
Stapelrecht  besafs  zwar  an  der  Oberweser  auch  Minden 6 )  und
*)  Dagegen  richtet  sich  namentlich  der  scharfe  Kampf  in  den  Hormayrschen
  Fragmenten.  S.  w,  Johann  Georg  Büsch,  Praktische  Darstellung
der  Bauwissenschaft,  III.  Bd.  oder  Übersicht  des  gesamten  Wasserbaues,  II.  Bd.,
Hamburg  1796,  III.  Buch,  S.  159;  G.  Hagen,  Handbuch  der  Wasserbaukunst,
II.  Teil:  Die  Ströme  und  Kanäle,  Königsberg  1844—52,  III.  Bd.,  S.  432  ff.  Der
alte  Lagerhandel  bedurfte  viel  weniger  eines  direkten  Transportumschlags.  In
derselben  Zeit  tritt  auch  die  Forderung  direkten  Umschlags  an  den  Hilfsreeden
auf.  Es  bildet  sich  der  moderne  enge  Transport-  und  Lagerumschlag  und  die
weniger  gebundene  Disposition  heraus.
2 )  Meidinger,  Die  deutschen  Ströme,  IV.  Abt.,  S.  37  und  38;  Thilo
Hampke,  S.  2,  10  und  11;  Metterhaus  en,  S.  11.  Vgl.  auch  H.  Keller,
Weser  und  Ems,  II.  Bd.,  S,  437  u.  a.  In  den  siebziger  Jahren  fuhr  noch  ein
kleiner  Kahn  für  Holz  und  Steine.  Sonst  war  seit  der  Halle-Kasseler  Bahn  der
Verkehr  eingeschlafen.
8 )  Die  Fulda-Kanalisation  wurde  in  den  Jahren  1890  bis  1899  ausgeführt.
Die  Allerschiffahrt  kam  1899  wieder  in  Gang.  Me  tt  er  h  aus  en,  S.  15,  69  und
88—89  u.  a.
*)  Metterhausen,  S.  88—89.
5 )  Minden  berief  sich  auf  ein  Privileg  Kaiser  Karls  V.  vom  4.  Jan.  1552.
wonach  es  freie  Vorbeifahrt  bei  Bremen  erhalten  haben  wollte,  das  aber  von
Bremen  als  während  des  schmalkaldischen  Streits  erschlichen  bezeichnet  wurde,
und  auf  die  Bestätigung  und  eigentliche  Stapelprivilegierung  Kaiser  Ferdinands  II
vom  12.  und  30.  August  1627.  Bremen  wollte  keine  Irritierung  seiner  Freifahrtbeurkundung, ­
  seiner  stapelmäfsigen  Kaufsreohte  und  des  Umlade-  und  Faktorenzwangs ­
  anerkennen.  Interessant  sind  die  Beurkundungen  der  alten  Leute  in
Kurtze  species  facti  in  Sachen  Sr.  Königl.  Maj.  in  Preufsen  wider  die  Reichs-Stadt
  Bremen,  1737,  S.  61  ff.  Man  führte  auch  bremischerseits  an,  dafs  der
grofse  Bremer  Stapel  von  namhaften  Juristen  stets  anerkannt  werde,  der
Mindener  aber  nicht  (Jobs.  Limnaeus,  de  jure  publico  imperii  Romano-
            
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