Full text: Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

— 80 
Die Weserschiffahrtsdeputation in Bremen, der der Oberweser 
verkehr in seiner Regelung in den Reiheschiffahrten des Regulativs 
unterstellt wurde, hatte zugleich auch den Allerverkehr zu über 
wachen, der seit 1802 in einer Reihefuhr in guter Ordnung ge 
blieben war und in das Regulativ für die Oberweser mit auf 
genommen wurde. 1 ) 
Als spezielle Oberweserwaren kommen namentlich in Betracht: 
oberhalb Hameln Pflastersteine, Mühlensteine, Schiefertafeln, Schiefer 
griffel, Marmeln, grobe Eisenwaren, altes Eisen, Knochen, Zucker 
schaum zum Düngen, Bretter und Bauholz vom Thüringer Wald, 
Mineralwasser, manche chemische Präparate, irdene Waren, Ton von 
Grofs-Almerode, der in bedeutenden Massen zum Bau der Glasöfen 
und auch als Ballast auf den Seeschiffen gebraucht wird; unterhalb 
Hameln Getreide, Zement von Hameln, Leinewand, Töpferwaren von 
Duingen, die auch in Hameln eingeladen werden, Papier, Kalk, 
Knochen, Oelkuchen, Steinkohlen, Glaswaren und Sandsteine aus 
den Brüchen bei Obernkirchen, die bei Rinteln eingeladen werden 
(der bekannte Bremer Stein) sowie Steine aus den Brüchen bei Haus 
berge. Dazu kommt der Verkehr der Zuckerfabriken und Holz. 2 ) 
Gröfsere Bedeutung als heute, wo er ganz zurückgeht, kam dem 
Flofsverkehr zu. Auf der Fulda ist mir in neuerer Zeit keine gröfsere 
Flofsfahrt bekannt geworden. 3 ) Auf der Werra kamen sehr viele Plöfse 
herunter, die in Münden zu gröfseren zusammengesetzt wurden. 4 ) 
Die oberen Grenzen für Langholz und gebundene Flöfse sind Themar 
1 ) S. a. die Regulative von 1815 ff. und H. D. A. Sonne, Beschreibung 
des Königreichs Hannover, I, Buch, München, 1829, S. 162; Bremer Staatsarchiv, 
Handelskammerarchiv; und im folgenden. 
2 ) Friedr. Huhn, Die Weser, in der Zeitschrift des Vereins für deutsche 
Statistik, I. Jahrg. 1847, S. 673, II. Jahrg., 1848, S, 391—392. Vgl. w, v. Reden, 
Das Königreich Hannover, 1839, II. Abt., S. 151; N. Minne mann, Oratio 
panegyrica de Visurgis origine, situ etc., 1685; J. L, Quentin, Bericht eines 
Abrisses von der Schiffahrt auf der Weser, 1788; D. R e i n h o 1 d und 
J. Oltmanns, Der deutsche Handelskanal, Bremen u. Leer 1817, S. 191; u. a. 
8 ) Die bestehende hörte 1870 auf. (Statistik des deutschen Reichs N. F. 
Bd. XXXIX: Die Stromgebiete des deutschen Reichs, Teil II. Abt. b : Gebiet 
der Weser, Berlin 1901, S. 25 ff.). D. Beinhold und J. Oltmanns, Der 
deutsche Handelskanal, Bremen und Leer 1817, S. 133 und Meidinger sagen 
nur, dafs, wenn die zu ihrer Zeit bereits unbedeutende Schiffahrt Kassel-Hersfeld 
in trockenen Sommern versagt, die Fulda nur noch allenfalls flofsbar sei, sonst 
wird sie, soviel ich sehe, nicht erwähnt. In älterer Zeit sollen im siebzehnten 
Jahrhundert sogar Amsterdamer Kaufleute an der Fulda im Rotenburger 
Amt Holz aufgekauft haben. (Brunner, S. 238.). 
4 ) Vgl. Friedrich Hühn, Die Weser, Zeitschrift für deutsche*Statistik 
I. Jahrg., 1847, S. 676, auah Meidinger, IV., 8. 27. Stapelrechtlich durften
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.