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erhöhiingen die gesamte Wirtschaft, damit auch die Arbeiterschaft, Weitere
Lohnerhöhungen bewirken neue Preiserhöhungen, und es wird die bekannte
Schraube ohne Ende wirksam. Es hilft wenig, wenn sozialdemokratische Führer
die Arbeiter darauf hin weisen, daß eine Oeldlohnerhöhimg letzten Endes bedeutungslos
sei, wenn die Menge der Produkte nicht vermehrt wird. Innerhalb
der überlieferten Ordnung können solche Betrachtungen nicht viel Einfluß
ausüben, weil der Markt, auf welchem der Geldpreis der Arbeit bestimmt
ist, von dem Markt, auf welchem der Preis der Verbrauchsgegenstände bestimmt
wird, völlig getrennt ist. Der Arbeiter sieht nicht unmittelbar, was seine Forderungen
bedeuten. Ganz anders würden sich die Verhandlungen gestalten,
wenn der gesamten Arbeiterschaft ein Wirtschaftsplan vorgelegt Und
nun auf Grund der vorliegenden Daten festgestellt würde, wieviel Brot, wieviel
Fleisch, wieviel Wohnung, wieviel Kleidung usw, auf den Einzelnen höchstens
entfallen könne. Die Klarheit allein, welche diesem Verhandeln anhaftet, hat
bereits eine reinigende Wirkung, Es muß dann nur noch entschieden werden,
welche Vorzugsversorgung Schwerarbeitern, Kindern, Kranken zuteil werden
muß, wie man besonders wichtige Leistungen belohnen will, ob man Erfinder,
Dichter, Techniker, Ärzte, die Großes für die Allgemeinheit geleistet haben,,
etwa wie im alten Athen im Prytaneum (Ehren-Altersheim) speisen will. Die
Bestimmung der Kriegsrationen hat uns gezeigt, daß derlei gesellschaftstechnisch
nicht übermäßig schwierig ist und nicht so leicht zu ernstlichen Zwistigkeiten
führt, wie etwa Geldlohn Verhandlungen, Auch die Versorgung der Arbeitslosen
durch Abgabe von Naturalien würde viele Erörterungen über die Zulänglichkeit
oder Unzulänglichkeit der bisher gezahlten Geldbeträge beseitigen. Die
Arbeitslosenfrage spielt übrigens innerhalb einer durchsozialisierten Wirtschaft
keine Rolle, da diese die Arbeitslosigkeit planmäßig beseitigt.
Man kann aber nur dann über den Naturallohn der Arbeiter verhandeln,
wenn man ihn auszuzahlen vermag. Dazu bedarf es umfassender Maßnahmen,
die Verteilungsorganisationen des Krieges dürften für diese Zwecke kaum ausreichen,
Es bedarf einer weitgehenderen Verknüpfung der einzelnen Wirtschaftsglieder,
Um auf diesem Gebiete die Sozialisierung vorbereiten und eine
planmäßige Versorgung Aller einleiten zu können, wäre im Augenblick die
Schaffung großer Industrie- oder Bankkonzerne erwägenswert, welche die Versorgung
der Arbeiterschaft unter deren Kontrolle in die Hand zu nehmen
hätten; ihre spätere Eingliederung in die sozialistische Wirtschaft bleibe hier
unerörtert. Es kam bereits während des Krises mehrfach vor, daß große Werke
mit Landgebieten Pacht- oder Lieferungsverträge abschlossen oder sogar Landgüter
kauften, um Lebensmittel für ihre Arbeiter zu erlangen. Wir können uns ohne
Schwierigkeiten vorstellen, daß ein solcher Industrie- oder Bankkonzern, welcher
für die Arbeiter nunmehr Lebensmittel in ähnlicher Weise besorgt, wie er sonst
Rohstoffe für eine Industrie beschafft, alles an wenden wird, um die landwirtschaftliche
Produktion und den Import zu steigern. So würde z, B, ein solcher
Konzern langfristige Investitionskredite gewähren und für Meliorationen aller
Art Sorge tragen. Selbstverständlich würde auf diese Weise eine unmittelbare
Interessengemeinschaft zwischen Industrie und Landwirtschaft entstehen, der
ähnlich, welche innerhalb eines gemischten Werkes zwischen Gruben, Hüttenwerken
und den verarbeitenden Betrieben besteht. Es würde schließlich wohl
dazu kommen, daß die Industrie, bzw, der Bankkonzern, gleichzeitig landwirtschaftliche,
bergbauliche und industrielle Geschäfte betreibt. Selbstverständlich
würde die Industrie ihre Produkte der mit ihr verknüpften Landwirtschaft zuführen
und so zum Teil eine Art Naturaltausch ermöglichen. Ein solcher
Naturaltausch würde insbesondere dann an Bedeutung gewinnen, wenn Anbauprämien
in Form von Industrieprodukten gewährt würden und überhaupt die
Versorgung der Landwirte mit Industriepixxmkten möglichst einheitlich und übersichtlich
erfolgte.
In welchem Ausmaß der Staat in diese Organisationen eingreift, hängt
von dem Verhalten der in Frage kommenden Verbände ab. Jedenfalls kann unter
Heranziehung der landwirtschaftlichen Genossenschaften und sonstiger Organisationen
durch eine solche Maßnahme die Sozialisierung der Oesamtwirtschaft
ein gut Stück vorwärts gebracht werden. In welcher Weise man die früher