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wiesen. Deshalb durfte auch die Monographie, die im Jahre 1855
veröffentlicht wurde, diesen Zustand nicht mehr als einen noch
bestehenden in Verbindung mit einem Budget aus späterer Zeit
darstellen.
Das Verfahren ist irreführend. Es zeigt, daß Le Play die
Voraussetzungen einer richtigen Analyse nicht klar erkannte. Die
zeitliche Einheitlichkeit ist doch eine unerläßliche Voraussetzung
für jeden Versuch, eine Kausalität festzustellen. Zahlen und Worte
müssen einander entsprechen. Hier fehlt aber jede Verbindung
zwischen beiden. Wenn Le Play ohne Bedenken eine solche Mono
graphie veröffentlichte, so beweist dies, daß bei Le Play Wort und
Zahl überhaupt nicht so eng zusammenliingen, wie er versicherte,
und wie die Methode es verlangt.
Auswahl der Familien. Der „Typus“. Die nächste sich uns
aufdrängende Frage besteht darin, festzustellen, ob die Familie
„typisch“ ist für ihre Gegend. Diese Frage ergibt sich ohne weiteres
aus dem Gedanken Le Play’s.
Er hatte bei Aufnahme seiner Monographien die Absicht, die
sozialen Verhältnisse eines Bezirks, der in der Familien- oder
Arbeitsverfassung oder aus sonstigen Gründen ihm charakteristisch
erschien, an der Hand einer Familien-Monographie zu beschreiben.
Weshalb er die soziale Einheit der Familie wählte, und weshalb die
sog. „Arbeiter“-Familie, wissen wir bereits. Le Play hat aber nicht
alle diese Monographien veröffentlicht, sondern nur einen kleinen
Teil; von 300 wählte er 57 aus, die ihm „besser als die anderen
verschiedene Gegenden Europas zu repräsentieren schienen“ 1 ). Da
bei wurde Le Play von der Absicht geleitet, eine Entwicklungs
reihe aufzustellen, von der asiatischen Urfamilie bis zur Familie
Westeuropas.
Wenn man von dieser Absicht Le Play’s ausgeht, ist es natür
lich sehr wichtig, ob er für die einzelnen Stufen die geeigneten
Muster wirklich ermittelt hat; denn es handelt sich dabei um eine
Bewertung der ganzen Entwicklung. Ob Le Play immer die Durch
schnitts-Familie gefunden hat, können wir nicht entscheiden; es ist
möglich; ebenso möglich ist es aber auch, daß er eine Familie
wählte, die seiner Bewertung des Zustandes am besten ent-
|[ sprach.
») 0. E. I, 397.