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modernen Sozialismus. Hier findet sich nebst zahlreichen an-
deren Programmpunkten zum ersten Male in wissenschaftlicher
Fassung die Forderung nach einer Verstaatlichung sämt-
licher Productionsmittel ausgesprochen !). Als Zweck
des Staates wird die geistige, moralische und materielle Hebung
der zahlreichsten und zugleich ärmsten Schichten der Bevöl-
kerung, als neues Prinzip der verteilenden Gerechtigkeit der
Satz aufgestellt, dass jeder nach seinen Fähigkeiten verwendet
und nach seinen Leistungen belohnt‘ werden solle ?), Bald je-
doch schwächten Zwiespalt und Hader die Agitationskraft der
Saint - Simonisten. Als nämlich Enfantin, ein unruhiger
Geist und nach der Herrschaft strebend, die „Rehabilitation des
Fleisches“ und die „Befreiung der Frau“ predigte 3) und von
diesen Stützpunkten aus die ganze Lehre entwickelte, da ward
der Bruch zwischen ihm und dem besonneneren Bazard un-
vermeidlich. Bazard starb‘ bald darauf (im Juli 1832). Enfantin
aber und seine Anhänger wichen immer mehr von den Bahnen
ab, die ihnen der Meister gewiesen hatte und verloren sich
bald in einem kindischen Cultus und in lächerlichen religiösen
Glaubenssätzen, dabei die wichtigsten Vorschläge des Be-
gründers der Schule vergessend. Dies gilt besonders von dem
Gedanken des Rechts auf Arbeit; daher man ihn auch in den
Schriften der Nachfolger Saint -Simon’s nicht weiter entwickelt
findet.
1) Vgl. Bd. 42 der Oeuvres p. 165: Il faut absolument que V’Etat soit
en possession. de tous les instruments de travail, que forment aujourd’hui le
fonds de la propriete individuelle, et que les directeurs de la soci6t6 industrielle
soient charg6s de la distribution de ces instruments, fonction que remplissent
Aujourd’hui d’une manidre si aveugle et A si grands frais les provrietaires et
“apitalistes, Vgl. auch Bd. 41 d. ÖOeuvres pP. 249.
2) Vgl. Bd. 41 d. Oeuvres p. 237.
3) Vgl. Bd. 40 d. Oeuvres D. 44 u. passim.