Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

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Arn.  Jung,  Lokomotivfabrik,  G.  m.  b.  H.,
Jungenthal  bei  Kirchen  a.  d.  Sieg.
ARBEITERFÜRSORGE.  Der  Gründer  unserer  Firma,  der  bis  zu  seinem  zu  Beginn
des  Jahres  1911  erfolgten  Tode  der  alleinige  Inhaber  war,  hat  die  Fürsorge  für  die  Arbeiterschaft ­
  als  persönliche  Angelegenheit  behandelt,  und  so  läßt  sich  bei  unserer  Firma  für  die
ersten  26  Jahre  ihres  Bestehens  von  einer  organisierten  Fürsorge  nicht  reden.  Seit  Anfang
1913  besteht  eine  nach  dem  verstorbenen  Gründer  benannte  Stiftung.  Sie  ist  mit  einem
Kapital  von  nom.  100000  M.  Reichsanleihe  zu  3%%  ausgestattet,  die  Zinsen  fallen
zu  y 4  an  Angestellte,  zu  3 / 4  an  Arbeiter  der  Firma  und  an  deren  Angehörige  und  Hinterbliebene. ­
  Über  die  Verwendung  der  Zinsen  beschließen  Kommissionen,  welche  die  Angestellten ­
  und  Arbeiter  aus  ihrer  Mitte  wählen.  Die  Kommission  für  die  Angestellten  besteht ­
  aus  2,  die  für  die  Arbeiter  aus  4  gewählten  Mitgliedern  und  je  einem  Abgeordneten
der  Geschäftsleitung.
WOHNUNGSFÜRSORGE.  Frühzeitig  hat  sich  die  Firma  der  Wohnungsfürsorge
gewidmet.  Als  Ziel  ist  es  dabei  von  jeher  angesehen  worden,  den  Arbeitern  den  Erwerb
eines  eigenen  Einfamilienhauses  zu  erleichtern.  Das  ist  durch  Bereitstellung
von  Bauland  und  durch  Beleihung  an  zweiter  Stelle  geschehen.  Insgesamt  sind
an  86  Arbeiter  über  275  000  M.  ausgeliehen  worden.  Die  Bedeutung  dieser  Ziffern  mag
daran  ermessen  werden:  in  ihrer  neuen  Form  als  G.  m.  b.  H.  arbeitet  die  Firma  mit  einem
Stammkapital  von  1  000  000  M.  und  beschäftigt  gegen  900  Arbeiter.
            
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