Full text : Aktive Währungspolitik

Der  Rückfluß  Ser  Banknoten  —  eine  Notwendigkeit  der  Stückelung

26

steht  fest  —  je  mehr  Noten,  je  höher  die  Hausse,  um  so  größer  der  industrielle
Verbrauch  der  Münze.  Stande  nun  dieser  Verbrauch  im  Verhältnis  zur
Hausse  (wie  es  sowohl  die  reine  Goldwährungstheorie  wie  auch  die  Quantitätstheorie ­
  behauptet),  so  würden  3  Milliarden  Noten  3  Milliarden  Münzen
in  den  Schmelztiegel  werfen,  und  dieser  Ausfall  von  3  Milliarden  an
Münzen  würde  3  Milliarden  an  Noten  der  Emissionsbank  zuführen  und
zwar  gerade  gegen  Ende  der  Hausse,  km  Moment,  wo  die  Dritteldeckung
erreicht  und  wo  die  Bank  darum  für  jede  Mark,  die  ihr  kn  Gold  entzogen
wird,  3  Mark  in  Noten  einziehen  muß.  Die  3  Milliarden  in  Gold,  die  man
der  Bank  entzieht,  würden  also  die  Bank  zwingen,  durch  Verkäufe  aus
dem  Wcchselbestand  bis  zu  6  Milliarden  (6  Milliarden,  wenn  die  Bank
für  ihre  Wechsel  nur  Noten,  kein  Gold  erhält,-  3X3  Milliarden  weniger  3
zur  Einlösung  vorgezeigter  Milliarden  —  6  Milliarden)  in  Noten  dem  Verkehr ­
  zu  entziehen.  Die  industrielle  Verwendbarkeit  des  Geldstoffes  km  Verein
mit  der  Banknotenpolktik  könnte  also  dahin  führen,  daß  eine  Zufuhr  an
Geldstoff  von  1  Milliarde  in  Gold  dem  Verkehr  schließlich  bis  zu  6  Milliarden ­
  Umlaufsmittel  kosten  könnte.
Daß  es  nicht  so  weit  kommen  wird,  ist  ja  klar,  da  in  diesem  Zyklus
viele  Hemmungen  auftreten.  Es  soll  ja  hier  auch  nur  die  Richtung  gezeigt
werden,  in  der  die  Banknotenpolitik  sich  bewegt.  Für  das,  was  wir  beweisen
wollen,  genügt  es,  daß  von  den  ausgegebenen  Noten  ein  Teil  mit  Notwendigkeit ­
  gerade  dann  zurückkehrt,  wenn  die  Bank  der  Dritteldeckung  am
nächsten  ist.
2n  Ländern,  wo  die  Stücklung  der  Banknoten  bis  herab  auf  einen  Dollar,  Rubel  uswgestattet
  ist,  würde  die  Abwanderung  der  Münze  zur  Industrie  überhaupt  als  Verkehrshindernis
nicht  beobachtet  werden,  da  die  kleinen  Noten  ja  die  Münze  für  Handelszwecke  vollkommen  er»
sehen.  Auch  würde,  während  sich  das  Einschmelzen  der  Münzen  vollzieht,  kein  Geldmangel  sich
fühlbar  machen  müssen,  da  ja  die  während  der  Hausse  sich  regemäßig  vermehrenden  Wechsel,
Schecks  und  die  vergrößerte  Umlaufsgeschwindigkeit  die  Lücken  ausfüllen  können,  die  das  Einschmelzen ­
  der  Münzen  in  das  Geldangebot  reißen  mag.  Braucht  aber  dann  die  Notenbank  Gold
für  die  Aufbesserung  ihrer  Reserven  und  verkauft  sie  zu  dem  Zwecke  Wechsel  aus  ihrem  Bestände,
so  bringt  dieser  Verkauf  nur  Noten,  kein  Gold  ein,  weil  ja  der  Verkehr  von  der  Goldindustrie
draintert  worden  ist.  Sie  muß  sich  dann  an  das  Ausland  wenden  (Amerika).
Aber  noch  aus  einem  andern,  viel  peinlicheren  Grunde  kann  die  Notenbank ­
  an  die  Inschrist  ihrer  Noten  erinnert  werden  und  zwar:
3-  weil  in  Zeiten  allgemeinen  Mißtrauens  (welches  ja  schon  die  Annäherung ­
  an  die  Mindestdeckung  erwecken  muß)  das  Geld  dem  Verkehr  entzogen ­
  wird,  um  vergraben  zu  werden  (they  are  hoarding  the  money,  wie
Roosefeld  sagt)  und  weil  man  für  solche  Zwecke  lieber  Gold  als  Banknoten
verwendet.
Wenn  während  der  Hausse  die  in  Sparbüchsen,  Strümpfen,  Matratzen,
Geldschränken  aufbewahrten  Geldmassen  zum  großen  Teil  in  den  Verkehr
gelockt  werden,  so  kehren  diese  Massen  bei  Erreichung  der  Dritteldeckung
(das  Signal  des  kommenden  Konjunkturumschwunges)  in  ihre  Schlupfwinkel
zurück,  ttnd  trifft  es  sich,  daß  sich  dieser  Umschwung  mit  einer  Panik  ankündigt, ­
  so  kann  man  annehmen,  daß  viele  solcher  Schatzbildner  auch  die
Banknote  mißtrauisch  betrachten  und  sie  für  alle  Fälle  gegen  Gold  umtauschen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.