Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

73

Die  Benutzung  des  Schecks  zu  Zahlungen  ist  in  England  am
weitesten  verbreitet  Z.  Wie  wir  das  Portemonnaie,  so  pflegt  der  Engländer
sein  Scheckbuch  bei  sich  zu  tragen,  um  selbst  Rechnungen  über  kleine
Beträge  den  Handwerkern,  Geschäftsleuten  usw.  anstatt  mit  barem  Gelde
mit  einem  Scheck  zu  bezahlen.  Die  Vermeidung  des  Bargeldes  geht  in
England  soweit,  daß  ein  altes  englisches  Sprichwort  sagt:  Wer  mit
Schecks  zahlt,  ist  ein  „Ksntionmn",  wer  bar  zahlt,  nur  ein  „man".
Noch  schneller  als  in  England  hat  sich  der  Scheck  in  den  Vereinigten ­
  Staaten  von  Amerika  eingebürgert,  wo  die  Kinder  bereits
auf  den  Schulen  mit  dem  Wesen  des  Schecks  vertraut  gemacht  werden  und
also  schon  frühzeitig  lernen,  mit  dem  Scheckbuch  umzugehen.
In  Deutschland  hat  sich  der  Scheckverkehr  erst  verhältnismäßig
spät  entwickelt.  Hamburg  und  Bremen  waren  die  ersten  Städte,  in
denen  er  einen  etwas  größeren  Umfang  angenommen  hatte.  Verdienste
um  die  Ausbreitung  des  Scheckverkehrs  haben  sich  in  Deutschland  in
erster  Linie  die  Deutsche  Reichsbank  und  ihr  langjähriger  Präsident,
Dr.  Koch,  erworben,  später  waren  es  die  Kreditbanken,  Bankiers  und
Genossenschaften.  Seit  Beginn  des  Jahrhunderts  ist  auch  seitens  zahlreicher
  kaufmännischer  Interessenvertretungen  eine  rege  Propaganda  für
den  Scheckverkehr  entwickelt  worden.  Der  langgeplante  Postüberw
  e  i  s  u  n  g  s  -  u  n  d  Scheckverkehr  ist  am  1.  Januar  1909  zur  Einführung ­
  gelangt  und  hat  wegen  seiner  Billigkeit  weite  Verbreitung  gefunden.
bj  Form  und  Erfordernisse  des  Schecks.
Wer  bei  einer  Bank  oder  einem  Bankier  ein  laufendes  Konto  unterhält, ­
  bekommt  auf  Wunsch  —  früher  kostenfrei,  jetzt  gegen  Erstattung
der  Selbstkosten  —  ein  Scheckbuch  ausgehändigt,  das  25  oder  50  perforierte, ­
  fortlaufend  numerierte  Formulare  enthält.  Bei  Benutzung  bleibt
der  linke  Teil  (Talon,  Souche  oder  Kontrollabschnitt  genannt)  im
Buche  und  dient  zu  Vermerken  über  den  Scheckbetrag,  den  Namen  des
Scheckempsängers  (Order)  und  das  Datum  des  Schecks.  Kommt  der
Scheck  abhanden,  oder  sieht  sich  der  Aussteller  aus  irgendeinem  anderen
Grunde  genötigt,  ihn  zu  widerrufen,  so  können  diese  Notizen  von  größter
Wichtigkeit  sein.  Sie  werden  zusammen  mit  der  Schecknummer,  die  die
i)  Aus  dem  Ertrag  des  Scheckstempels  (2  Pence  für  das  Stück)  ergibt  sich,
daß  in  England  jährlich  etwa  400  Millionen  Schecks  ausgestellt  werden.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.