Full text : Inflation und Geldentwertung

Die  Folgen  der  Geldentwertung.

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schaft  entfällt  eine  geringere  Menge  an  Gütern  als  früher.  Daran
wird  nichts  geändert,  wenn  man  das  Geldeinkommen  aller  Einzelwirtschaften ­
  noch  so  sehr  erhöht.  Nur  dadurch,  daß  der  einzelne
sein  Einkommen  vorzeitig  oder  mehr  steigert,  ist  er  anderen
gegenüber  im  Vorteil;  je  mehr  sich  aber  Einkommenserhöhungen,
Lohnsteigerungen,  Teuerungszulagen  für  ganze  Klassen  von  Wirtschaften ­
  durchsetzen,  je  gleichmäßiger  und  allgemeiner  die  Einkommen ­
  den  hohen  Preisen  angepaßt  werden,  um  so  mehr  geht
der  Vorsprung  und  Vorteil  des  einzelnen  verloren:  die  erhöhte
Kaufkraft  treibt  die  Preise  immer  weiter  in  die  Höhe,  solange  die
Menge  der  Waren  nicht  vermehrt  wird.  Bis  dahin  sind  allgemeine
Lohnsteigerungen  ein  unwirksamer  Kampf  gegen  die  hohen
Preise:  der  einzelne  erhält  zwar  mehr  Papiergeld,  aber  er  kann
sich  für  den  allgemeinen  Bezugschein  Geld  immer  weniger  kaufen.
3.  Um  so  wichtiger  wird  die  Frage:  gibt  es  finanzielle  Mittel,
die  diese  unheilvolle  Entwicklung  aufhalten  oder  noch  besser:  in
ihr  Gegenteil  verwandeln  können?  Einer  Vorfrage  ist  hier  schon
Erwähnung  zu  tun:  Solange  eine  Vermehrung  der  Güter  nicht
oder  nicht  in  erheblichem  Umfange  eintritt,  ist  es  aus  den  oben
geschilderten  Gründen  ausgeschlossen,  etwa  die  heutigen  Preise
zu  stabilisieren  und  nach  ihnen  die  Einkommen  der  Einzelwirtschaften ­
  entsprechend  festzusetzen.  Dieser  Gedanke  ist  auch
aus  technischen  und  finanziellen  Gründen  undurchführbar.  Die
öffentlichen  Wirtschaften  müßten  mit  gewaltigen  Gehaltserhöhungen ­
  rechnen  und  danach  ihre  Einnahmen  entsprechend  steigern;
denn  von  den  Beamtengehältern  kann  man  nicht  sagen,  daß  sie
bereits  dem  Stande  der  Preise  angepaßt  sind.  Die  Privatunternehmungen ­
  müßten  ihre  Kalkulation  durch  die  Mehrzahlungen
für  Löhne  auf  eine  neue  Grundlage  stellen  und  in  vielen  Fällen
die  Menschenarbeit  noch  mehr  als  bisher  durch  Maschinen  ersetzen. ­
  Außerdem  würde  es  außerordentlich  schwierig  sein,  allgemein ­
  ein  richtiges  Verhältnis  der  neuen  Einkommen  zu  den
Preisen,  d.  h.  die  richtige  Einkommenshöhe  für  die  verschiedenen ­
  Klassen  von  körperlichen  und  geistigen  Arbeiten  zu  finden.
Die  größte  Schwierigkeit  läge  jedoch  bei  den  Rentenbeziehern
und  Besitzern  von  Geldvermögen.  Sollen  sie  entschädigt  werden  ?
Wenn  es  auch  im  Zuge  unserer  Zeit  begründet  liegt,  den  Kapitalbesitz ­
  nicht  zu  schonen,  so  entspricht  es  doch  keineswegs  der  Gerechtigkeit, ­
  wenn  beispielsweise  alle  diejenigen,  die  ihr  Leben  lang
            
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