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Finanzielle Maßnahmen zum Abbau der Preise.
vorzüglichste Mittel, um die übermäßig gestiegene Kaufkraft
einigermaßen wieder in Übereinstimmung mit dem verringerten
oder nicht in gleichem Maße gestiegenen Sachgütervorrat zu brin
gen 1 ). Man hat zur Veranschaulichung dieses Vorganges vielfach
das Bild von dem „Wasser“ aus der amerikanischen Finanzpraxis
gebraucht. Wenn eine Unternehmung auf technisch gesunder
Grundlage aufgebaut ist, aber die Einnahmen keine oder nur eine
geringe Rente auf ein hohes Nominalkapital zulassen, mit anderen
Worten: wenn die Unternehmung überkapitalisiert, das Kapital ver
wässert ist, dann bietet die Herabsetzung des Kapitals, die Ab
schöpfung des „Wassers“ die Möglichkeit, die wirklichen Ver
mögenswerte und die erzielten 'Einnahmen wieder in ein richtiges
Verhältnis zum Nominalkapital zu bringen, das die rechnungs
mäßigen Anteile der Teilhaber oder Gläubiger an der Unternehmung
darstellt. Indem der Nennwert der einzelnen Anteile herabgesetzt,
das Gesamtkapital ermäßigt wird, erhöht sich bei gleicbgebliebenen
Einnahmen die Rente auf das verringerte Nominalkapital, auf die
einzelnen Kapitalanteile, und gleichzeitig wird es möglich, dem
Unternehmen auf dieser neuen Grundlage neues Kapital zuzufüh
ren, das die Produktivität des Ganzen steigern soll und kann.
Man wird aber stets beachten müssen, daß dieses Bild aus der
kaufmännischen Finanzpraxis lediglich den Wert eines Veran-
schaulichurgsmittrls haben kann. Es kann keine Rede davon sein,
daß das Verfahren, das bei einer privatwirtschaftlichen Unter
nehmung mit Erfolg angewendet wird, auch ohne weiteres auf
den heutigen Zustand der deutschen Volkswirtschaft und dazu
noch mit den entsprechenden Folgen übertragen werden kann.
Die Volkswirtschaft ist keine Unternehmung; sie läßt weder eine
mechanische Berechnung der nominellen Ansprüche auf den Sach
gütervorrat der Volkswirtschaft noch eine solche des richtigen
Verhältnisses von Einkommen, Vermögen und Preisen zu.
Ohne allen Zweifel hat die Vermögensabgabe eine allgemeine
und weitgehende Kaufkraftminderung zur Folge, selbst dann,
wenn die Steuerpflichtigen — was bis zu einem gewissen Grade
zu erwarten ist — versuchen werden, auch ihr Einkommen zur
Deckung der Steuerlasten heranzuzieben. In der Hauptsache wird
jedoch die Vermögensabgabe aus dem Vermögen bezahlt werden
l ) Anders Terhalle, der a. a. O. S. 95 — aus den oben widerlegten Gründen —
die „Einmalige als Mittel der Deflationspolitik ablehnt“.