Full text : Die Berliner Arbeiterbewegung von 1890 bis 1905

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74.  .Heutiger  Titelkopf  der  „Fackel"

lich  eine  Entscheidung  in  der  Frage  der  Maifeier  herbei,  da  hinsichtlich
der  Frage  der  Arbeitsruhe  wieder  viel  Streit  entstanden  war.  Die  Versammlung ­
  stimmte  mit  großer  Mehrheit  einer  Resolution  zu,  gemäß  der
die  Delegierten  Berlins  beauftragt  wurden,  dafür  zu  wirken,  daß  die
allgemeine  Arbeitsruhe  als  die  würdigste  Art  der  Maifeier  bezeichnet
werde  und  daß  auf  dieser  Feier  neben  dem  Achtstundentag  und  den  anderen
Forderungen  des  Arbeiterschutzes  der  Völkerfrieden  und  die  allgemeinen
sozialdemokratischen  Forderungen  energisch  betont  würden.  In  gleicher
Weise  nahm  am  6.  August  die  Kreiskonserenz  von  Niederbarnim  zur
Maifeier  Stellung.  Vom  deutschen  Parteitag  wünschte  diese  Konferenz,
daß  er  die  Frage  der  Volksschule  und  die  Frage  Kartelle  und  Koalitionsrecht ­
  auf  die  Tagesordnung  setze,  ferner,  daß  er  bei  Änderung
des  Organisationsstatuts  die  Vertretung  der  Wahlkreise  auf  den  Parteitagen ­
  nach  dem  Verhältnis  der  organisierten  Genossen  ordne  und
sich  von  neuem  für  die  Beseitigung  der  Ausnahmegesetze  gegen  Landarbeiter ­
  und  Gesinde  ausspreche.  Auch  die  behufs  Stellungnahme  zum
Parteitag  einberufenen  Parteiversantmlungen  Berlins,  die  am  23.  August
tagten,  sowie  die  am  28.  August  in  Zossen  tagende  Generalversammlung
des  Kreises  Teltow-Beeskow-Charlottenburg  stellten  die  Forderung,  die
Volksschule  auf  die  Tagesordnung  des  Kongresses  zu  setzen,  und  in  den
meisten  Versammlungen  wünschte  man  dazu  Leo  Arons  als  Referenten.
Ebenso  nahmen  die  meisten  dieser  Versammlungen  in  bezug  auf  die  Organisation ­
  der  Partei  Resolutionen  an,  die  auf  eine  Verschärfung  der
Zentralisation  abzielten.  Nur  in  Berlin  ll  wurde  der  Antrag,  die
Vertretung  auf  den  Parteitagen  im  Verhältnis  der  Zahl  der  organisierten
Genossen  zu  ordnen,  abgelehnt.  Abgelehnt  wurde  ferner  in  Berlin  III  und
Berlin  V  der  im  ersten  Wahlkreis  von  Dr.  Friedeberg  gestellte  Antrag,
die  Frage  des  Generalstreiks  auf  die  Tagesordnung  des  Kongresses  zu
setzen.  Dagegen  schloß  sich  Berlin  I  einem  Antrag  der  Genossen  von
Elbing  und  Potsdam-Osthavelland  an,  der  Propaganda  unter  den  zur  Armee
einberufenen  Proletariern  und  Aufklärung  der  künftigen  Soldaten  über
ihre  Pflichten  gegenüber  dem  „inneren  Feind"  verlangte.  In  Berlin  V
fand  der  Antrag  eine  Mehrheit,  die  Alkoholfrage  auf  die  Tagesordnung
zu  sehen.  Berlin  III  und  Berlin  IV  nahmen  Anträge  an,  die  verlangten,  daß
den  Parteigenossen  eindringlich  zur  Pflicht  gemacht  werde,  bei  Stichwahlen ­
  nicht  für  die  Freisinnigen  zu  stimmen,  und  in  Berlin  IV
            
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