10. Titel: Auftrag. SS 670, 671. 1193
9, 8670 ift auf Dienit- und Werkverträge, die eine Gefchäftsbeforgung zum
Segenftande haben, entiprechend anwendbar (8 675); f. aber auch Bem. 6, b zu S& 675.
Üeber die Frage, inwieweit dem Hechtsanwalt ein Unfpruch auf Erftattung von
Telephongebühren zuitebt, }. Beichl. d. OLG. Dresden vom 15. Zanuar 1903 Zur.
Wir. 1903 S. 68 ff. .
vi 10: Ueber die Anwendbarkeit des S 670 bei Auftrag zu Spiel oder Wette f. Bem,
.L 1, c zu 8 762.
Al Cine verwandte Beitimmung zuguniten des VerwahrerS enthält
S 693; vgl. auch binfichtlih des Bormundes und Gegenbormundes S 1835.
& 671.
Der Auftrag kann von dem Auftraggeber jederzeit widerrufen, von dem
Beauftragten jederzeit gefündigt werden;
‚Der Beauftragte darf nur in der Art Hündigen, daß der Auftraggeber für
die Beforgung des Geichäfts anderweit Fürlorge treffen kann, eS jet denn, daß
In wichtiger Grund für Die unzeitige Kündigung vorliegt. Kündigt er ohne
Iolhen Grund zur Unzeit, fo Hat er dem Auftraggeber den daraus ent[tehenden
Schaden zu erfeben.
Siegt ein wichtiger Grund vor, fo it der Beauftragte zur Kündigung auch
dann berechtigt, wenn er auf das KündigungsSrecht verzichtet Hat,
& I, 597, 598; If, 602; III, 658.
Rei 1, 8671 regelt die Beendigung des Auftrags durch Widerruf und Kündigung.
N eifere BeendigungsSgründe (Tod und Gefdhäftsunfähigkeit) enthalten
65 672, 678. Weber die Beendigung des Auftrag3 durch Ronkur8 f. Bem. 4 zu
& (2, Bem. 4 zu 8673. Daß der Auftrag auch erliicht durch Bereinbarung der Parteien,
zelebigung des den Gegenftand des Auftrags bildenden Sefchäft8, Ublauf der
Tat Hr welde, und Eintritt der auflüfenden Bedingung, unter weicher der
gran acgeben worden ift, hat das Gejeß als felbitverftändlıch nicht befondersS erwähnt
IR. 1, 543; vgl. Dernburg, Band. Bd. 2 8117, Windfcheib-8ipp, and. Bd. 2 S. 805).
X Die auf Seite des Yufjtraggeber8 vder Beauftragten bereits erwachfenen
nfprüche werden durch die Beendigung des Auftrags Jelbftverftändlich nicht berührt,
3. Gemäß 8 671 fanıt das durch den Auftragsvertrag begründete NechtSverbältnis
Yan dfäslich von jedem der VertragsSichließenden jederzeit einfeitig gelöft werden
et It, 513 ff). Abgefehen von der Uneuntgeltlichfeit befteht gerade hierin Der wefjent-
Uhfte Unterfchied des Auftrags vom Dienit- und Werkvertrag {f. Borbem. 3, b), Die
x Beendigung des Auftrags gerichtete Erklärung des Yuftragacbers nennt das Gefeß
lderruf”, die den gleichen Zwed verfolgende Srffätfung des EEE dagegen
„Kündigung“ (WM. 1, 544; über den hegrifflichen Unterfchied zwifchen iderruf 110
Kündigung f. Tbiele im Archiv f. d. zZivilijt. Wrazız Bd. 89. S. 87 if). Das Widerrufs-
techt des Muftraggeber3 ijtunbefchränkt und unverzichtbar, das RündigungS-
At des Beauftragten ift befhränkt und verzichtbar (f. unten Bem. 4 und 6.
Ne gleichen Grundfäge galten 1a gemeinem Rechte (Dernburg, Land. Bd. 2 S 117,
Rn OIhei-STipp, Kund. Bd. 2 S. 805) und BLR, (IL. IV cap. 9 5$ 11, 12); über andere
Rechte f. 90. 11, 543 Note 3, 545 Note 2.
v3. Widerruf und Kündigung find einfeitige empfangsSbedürftige Rechts:
geichäfte im Sinne der S8 130 if. Me II, 544, 547. B. 1, 371; über Widerruf
Mittel8 Ferniprecher8 1. Urt. d. Neichager. vom 17. Yumt 1905 NOS, Bd. 61 S. 125 ff.)
und bedürfen zu ihrer Wırkfamkeit nicht der Beobachtung irgenbwelcher Kuru, insbe
londere können beide auch jftilichweigend erfolgen (WII, 544; vgl. Windfcheid-Cipp,
Rand. Bd. 2 S. 805 Note 1; BER. IL IV cap. 9 S 11 Biff. 4).
o Widerruf unter einer (aufichtebenden) Bedingung ift zuläjiiig (M. 14, 544;
Can Ben. 4 3u 8674). _ Dagegen verträgt die Kündigung, weil fie dem Auftraggeber
ewißheit über die AWufbebung Des Muftrags geben {oll, die Beifigung einer Bedingung
tur infoweit, al3 e8 fih unı eine Roteftativbebingung Handelt oder der Srklärungs-
Jegner in die Bedingtheit (3. GB. durch Nichtzurüchveirfung der bedingten Kündigung) eins
Dilligt (f. Bd. I diejes Komm. S. 529 und oben S. 680 Bem. II, 2, b zu $ 564; vgl. auch
il, 547, 36. 1, 334 md über die verfchiedenen Anfichten Bland Bem. 3, b, Scholl-
Meyer S, 195, Oertmann Bent. 2, b, Ennecceru8 S. 430, NGOR Komm. Bem. 4).