Full text : Geschichte des Zentralverbandes der Stickerei-Industrie der Ostschweiz und des Vorarlbergs und ihre wirthschafts- und sozialpolitischen Ergebnisse

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Oesterreich  hat  nun  freilich  die  dort  nothwendige  staatliche
Anerkennung  der  dermaligen  Verbandsstatuten  i»  Anssicht
gestellt,  aber  gerade  darum,  weil  der  Verband  schweizerischer
seits  rein  private  Korporation  ist.
Im  Falle  der  Umwandlung  des  Verbandes  in  eine  staatliche
Genossenschaft  hätte  man  nur  zwei  Auswege  Vorarlberg  gegenüber. ­
  Der  erste  bestände  im  Ansuchen  an  die  k.  k.  Regierung
von  Oesterreich,  auch  ihrerseits  den  Stickereiverband  als  staat
liche  Genossenschaft  anzuerkennen,  unter  der  Voraussetzung,
daß  die  gesammte  Bcrbandsjurisdiktion  und  Kontrole  ans
Vorarlberg!  schein  Gebiete  in  vvrarlbergische  Hände  zu  legen  sei.
In  Wirklichkeit  hätte  man  alsdann  zwei  Verbände,  für  welche
sich  freilich  ein  engstes  Kartellverhältnis;  schaffen  ließe.  Der
zweite  Weg  würde  jener  des  Staatsvertrages  zwischen  Oesterreich ­
  und  der  Schweiz  sein,  in  welchem  Oesterreich  den  Anschluß ­
  der  vvrarlbergischen  Sektionen  an  die  staatliche  schweizerische ­
  Stickerei  gen  ossenschaft  gestattete  und  bon  Zentral  organen
des  allgemeinen  Verbandes  Kompetenzen  auf  seinem  Territorium ­
  unter  festzustellenden  Reserven  und  eines  gewissen  Aufsichtsrechtes ­
  einräumte.  Da  eine  Abgliederung  der  vorarlbergischen
  Stickerei  von  der  schweizerischen  für  jene  Gegend
ein  wahres  ^andesnngluck  wäre,  so  ist  nicht  daran  zu  zweifeln,
daß  die  k.  k.  Regierung  zu  einem  bezüglichen  Staatsvertrage
L>and  bieten  würde.
*
*  *
Finanzlage.  Im  Auschlìlsse  an  das  Organisatorische  seien  Finanzlage
und  Bnßenwesen  im  Verbände  zur  Sprache  gebracht.  Lie
.  Finanzlage  desselben  ist  eine  vorzügliche  zu  nennen.  Die  Einnahmen ­
  stiegen  von  ,^r.  68,000  im  ersten  Verbandvjahtc  ans
Fr.  125,000  im  vierten,  ans  welcher  ungefähre»  Hohe  sie  sich
auch  seither  bewegten.  Tie  Ansgaben  wuchsen  von  Fr.  66,000
auf  68,000  'iin  1880  on,  werben  fid)  ober  burd)
neue  Witutiouen  beö  Sobren  1890  in  beuifelken  ouf  eine
höhere  Ziffer  belaufen,  so  daß  die  Zeiten  rascher  Vermögens-
            
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