Full text : Die Theorie der Volkswirtschaft

86

Mehrproduktes  an,  das  als  Resultat  der  gesteigerten  Produktivkräfte ­
  erscheint.  Insoweit  die  Waren,  die  er  besitzt,  notwendige
Voraussetzung  für  die  Entwickelung  der  gesellschaftlichen  Produktivkräfte ­
  sind,  gelingt  es  dem  Händler,  diese  Gesellschaft  auszubeuten, ­
  einen  Teil  ihres  Mehrproduktes  zu  erlangen.
Ähnlich,  wenn  das  Kapital  den  unmittelbaren  Produzenten
ausbeutet.  Der  Arbeiter  braucht  das  Kapital,  um  produzieren  zu
können,  er  kann  es  aber  nur  erhalten,  wenn  er  dem  Kapitalisten
einen  Teil  seines  Arbeitsproduktes  abtritt.  Auch  diesem  gesellschaftlichem ­
  Verhältnis  liegt  also  das  Streben  nach  Kraftersparnis ­
  zugrunde.  So  lange  die  Produktion  nicht  gesellschaftlich ­
  organisiert  ist,  ist  der  Produzent  gezwungen,  einen  Teil
seines  Mehrproduktes,  das  er  vermittelst  der  gesellschaftlichen
Produktivkräfte  erhält,  dem  jeweiligen  Besitzer  dieser  Kräfte
abzutreten.
Die  Analyse  der  Grundrente  hat  uns  gezeigt,  daß  deren  Bildung ­
  nur  dann  möglich  ist,  wenn  der  Ackerbauer,  nach  Kraftersparnis ­
  strebend,  sein  Feld  auszudehnen  sucht  und  auf  das
Eigentumsrecht  Einzelner  stößt.  Die  geringe  Produktivität  der
zusätzlichen  Arbeitsaufwände  veranlaßt  ihn,  den  Boden  der
Grundeigentümer  zu  bestellen,  und  dafür  diesen  einen  Teil  der
Produkte  abzutreten.  Die  Ausdehnung  der  bebauten  Bodenfläche
ist  ebenso  wie  die  Erhöhung  des  Kapitals  die  notwendige  Bedingung ­
  für  die  produktivere  Anwendung  der  Arbeit.  Daher  kann
sie  auch  die  Bedingung  für  die  Ausbeutung  des  Ackerbaues
werden.
Selbstverständlich  hätte  der  Arbeiter  auch  mit  den  primitiven
Werkzeugen  und  der  Bauer  immer  auf  demselben  Flecke  seiner
Erde  arbeiten  können,  aber  die  Produktivität  dieser  Arbeit  wäre
bedeutend  geringer  und  der  Arbeiter  sowohl  wie  der  Bauer  müßten ­
  schließlich  Hungers  sterben.  Ganz  gleich,  ob  die  höhere
Arbeitsproduktivität  davon  herrührt,  daß  eine  bestimmte  Landparzelle ­
  in  der  Nähe  des  Marktes  liegt,  oder  davon,  daß  sie
fruchtbarer  ist,  oder  schließlich  davon,  daß  die  weiteren  Aufwände ­
  auf  den  schon  bestellten  Böden  weniger  produktiv  sind,
—  immer  erhält  der  Grundeigentümer  den  vollen  Unterschied  in
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.