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V. DIE DEMOKRATIE UND DAS IMPERIUM
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A. DAS REICH UND DIE RASSENFRAGE
In unseren Tagen der schnellen Verkehrsmittel und der Erleichterungen
für die blitzartige Übermittelung von Nachrichten ist die Welt zu
einem kleinen Umfang zusammengeschrumpft; die kommerzielle und
politische Rivalität der Nationen spielt sich auf einer Bühne ab, die
keine andere ist als die ganze Welt. Die großen industriellen Nationen
brauchen Märkte, die großen Königreiche verzehrt der Hunger
nach Kolonien, die großen Völker strömen in neue Länder. Der Durst
nach Abenteuern und der Handelsgeist des Mittelalters und der Kinderj
ahre der modernen Zeit führten zur Aufpflanzung der französischen,
spanischen, holländischen und englischen Flagge in den westlichen Gewässern,
auf dem amerikanischen Kontinente und in Indien. Die durch
die nationale Angriffslust angefeuerte Handelseifersucht brachte die
Völker ins Handgemenge. Sie wuchsen und sanken mit den Launen
des Glücks der Invasionen, der Seeräuberexpeditionen und der regulären
Kriege. Indien und Amerika fielen schließlich in unsere Gewalt:
Indien als Markt, Amerika als Kolonie. In den neuesten Zeiten, wo Europa
und die Vereinigten Staaten zu stärkerer Handelstätigkeit erwacht
sind, nachdem die bewaffneten Kämpfe aufgehört haben, und wo die
westliche Nation des Ostens, Japan, mit der Kraft vorwärtsdrängender
Energie belebt worden ist, hat sich jeder Impuls, der dazu beiträgt, die
Vereinigung zu einer Nation zu festigen, auf die Gründung von Kolonialreichen
gerichtet. Soweit unsittliche Motive zur Aktion kamen,
waren es Neid, Stolz und Habsucht, die die Völker antrieben, die haschenden
Hände auszustrecken. Die Aufrechterhaltung ihres Prestiges
nötigte sie, überseeische Gebiete zu okkupieren und ihre Blicke auf
der Suche nach herrenlosen Ländern über die Erde schweifen zu lassen.
Eie französischen Besitzungen in Siam und Deutschlands afrikanische
Kolonien gehören in diese Kategorie. Aus taktischen Gründen
mußten dann neue Landerwerbungen gemacht werden. Japan wollte
den westlichen Teil des Stillen Ozeans nicht bloß aus Handelsrücksichten
beherrschen, sondern es wurde von militärischen Gesichts-