Full text: Zollhandbuch für die Ausfuhr nach Rußland 1906-1917

70 
Nach einer den Zollämtern erteilten Instruktion ist: 
1) unter Chevreau im Sinne des Art. 55, P. 2, ge 
gerbtes Leder von jungen Böcken und Hammeln zu ver 
stehen; 2) das im Handel unter dem Namen „G emsleder“ 
vorkommende Fabrikat, das aus den Häuten wilder Berg 
ziegen hergestellt ist, nach P. 1 des Art. 55 zu verzollen, als 
nicht besonders genanntes kleines Leder, wenn es nach der 
Art seiner Bearbeitung nicht etwa unter eine der im P. 2 
genannten Sorten fällt. Ebenso ist nur aus „Chevreau“ an 
gefertigtes Damenschuhwerk nach Art. 57, P. 2, aus Gems 
leder angefertigtes dagegen, als nicht besonders genanntes, 
nach P. 1 des Art. 55 zu verzollen (C. 92, Nr. 23 816). 
2. Saffian-, Glace-, Chevreau-, Chagrinleder; 
Häute jeder Art mit eingepressten Mustern; 
kleine lackierte Häute, für das Pud 22,50 R 
Vertragsgemäss: Häute, gegerbt: 
2. Saffian-, Glace-, Chevreau-, Chagrinleder; 
Häute jeder Art mit eingepressten Mustern; kleine 
lackierte Häute, für das Pud IS,— R 
Nach einer den Zollämtern erteilten Instruktion ist: 
1) unter Chevreau im Sinne des Art. 55, P. 2, ge 
gerbtes Leder von jungen Böcken und Hammeln zu ver 
stehen; 2) das im Handel unter dem Namen „Gemsleder“ 
vorkommende Fabrikat, das aus den Häuten wilder Berg 
ziegen hergestellt ist, nach P. 1 des Art. 55 zu verzollen, als 
nicht besonders genanntes kleines Leder, wenn es nach der 
Art seiner Bearbeitung nicht etwa unter eine der im P. 2 
genannten Sorten fällt. Ebenso ist nur aus „Chevreau“ an 
gefertigtes Damenschuhwerk nach Art. 57, P. 2, aus Gems 
leder angefertigtes dagegen, als nicht besonders genanntes, 
nach P. 1 des Art. 55 zu verzollen (C. 92, Nr. 23 816). 
In Ergänzung des C. 92, Nr. 23 816, gibt das Zolldepar 
tement bekannt, dass laut vorsehriftsmässig bestätigter Ent 
scheidung der Tarifkommission vom 11. September 1907, 
Nr. 529, bei der Unterscheidung des Chevreauleders von 
ähnlich hergestelltem Schafleder folgende Besonderheiten 
der beiden Ledersorten zu beachten sind: Die Vorderseite 
des Chevreauleders zeigt jederzeit zweierlei Arten Poren: 
grössere, von den gelben Haaren, und kleinere, von den 
Flaumhaaren herrührend. Besonders bezeichnend ist der Um 
stand, dass diese Poren auf der Oberfläche des Chevreau 
leders in mehr oder weniger regelmässigen Reihen angeordnet 
sind, so dass die grossen Poren in wellenförmigen Linien mit 
den ebenfalls wellenförmigen Linien der kleinen Poren 
nahezu parallel laufen. Auf Schaffellen finden sich zuweilen 
nur Poren von ungefähr gleicher Grösse, und dann genügt dieses 
Kennzeichen allein, um eine Verwechselung mit Chevreau 
leder auszuschliessen; in anderen Fällen sind die Poren zwar 
von verschiedener Grösse, jedoch nicht in der regelmässigen 
Anordnung vorhanden, die für Chevreauleder charakteristisch 
ist, sondern in Form von Gruppen von Poren verschiedener 
Grösse, die ohne alle Regelmässigkeit über die Oberfläche 
verstreut sind. Die angeführte Besonderheit des Chevreau-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.