Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Quantum,  damit  eine  ausreichende  Reinigung  des  Körpers  und
der  Grubenkleider  erfolgen  könne.
Im  Interesse  des  deutschen  Bergbaues  und  einer  ungestörten
Förderung,  die  zum  Durchhalten  nötig  ist,  ersuchen  wir  dringend,^doch ­
  endlich  Sorge  zu  tragen,  daß  die  Bergarbeiter  besser
mit  Seife,  deren  Preis  kein  Wucherpreis  sein  darf,  versorgt
werden  Vielleicht  können  die  Kreise,  deren  Beschäftigung  den
Körper  nicht  beschmutzt,  etwas  mehr  an  Toiletten-  und  Fettseifen
sparen.  Die  Bergarbeiterschaft  hat  die  Seife  aber  so  nötig  wie
Las  tägliche  Brot  und  sie  muß-  unbedingt  beschafft  werden.  Dieses
wird  jeder  einsehen,  der  Gelegenheit  hat,  oder  Gelegenheit
nimmt,  einmal  auf  einer  Nuhrzeche  zur  Zeit  des  Schichtwechsels
die  Reinigung  der  Bergarbeiter  in  der  Waschkaue  zu  beobachten.
Zum  Schlüsse  gestatten  wir  uns  dann  noch,  darauf  hinzuweisen, ­
  daß  bei  manchen  Kommunalverwaltungen  noch  größere
Seifenreserven  vorhanden  sind.  Wir  bitten  zu  veranlassen,  daß
diese  Bestände  zugunsten  der  Bergarbeiter  angegriffen  werden.
Hochachtungsvoll  ergebenst!
(Folgen  Unterschriften  der  vier  Berga  cbeiterverbände.)

Eingabe  zur  Kartoffelversorgung.
Essen,  Bochum,  Wanne,  den  17.  August  1917.
An  das  Kriegsamt  (Abt.  für  Ernährung  der  Schwerstarbeiter.)
Verschiedenen  Nachrichten  zufolge  soll  die  Absicht  bestehen,
in  diesem  Jahre  die  Kartoffelration  pro  Kopf  und  Woche  aus
nur  5—6  Pfund  festzusetzen.  Gegen  dieses  Vorhaben  erheben
wir  entschieden  Einspruch  mit  dem  Hinweis,  daß  es  bei  einer
solchen  knappen  Zumessung  den  Bergleuten  nicht  möglich  sein
wird,  die  so  notwendige  Kohlenförderung  aufrecht  zu  erhalten.
Selbst  bei  einer  mittelmäßigen  Kartoffelernte  in  Deutschland
sind  soviel  Kartoffel  vorhanden,  daß  der  Bevölkerung  ein  reichlicheres ­
  Quantum  zur  Verfügung  gestellt  werden  kann.  Wir
ersuchen  daher  dringend,  die  Kartoffelration  auf  mindestens  10
Pfund  pro  Kopf  und  Woche  festzusetzen,  damit  wenigstens  ein
Nahrungsmittel  da  ist,  an  dem  sich  die  Arbeiterschaft  satt  essen
kann.
Es  muß  unter  allen  Umständen  alles  geschehen,  um  eine
Wiederholung  der  früheren  unhaltbaren  Zustände  auf  dem  Gebiete ­
  der  Kartoffelversorgung  zu  vermeiden  und  die  Einkellerung
in  den  einzelnen  Haushaltungen  bis  zur  nächsten  Ernte  zu  ermöglichen. ­
  Die  Befürchtungen  der  Regierung  und  Behörden,
daß  im  letzteren  Falle  die  Kartoffeln  zu  schnell  verbraucht  würden, ­
  teilen  wir  nicht.  Auf,  jeden  Fall  werden  dadurch  riesengroße
Mengen  Kartoffeln  in  den  Dienst  der  menschlichen  Ernährung
gestellt,  die  sonst  durch  unzeitigen  Transport  vollständig  verderben. ­
  Ganz  besonders  wünschen  wir,  daß  die  Kartoffeln  beim
            
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