Die Stoffe und Kräfte. 33
ort in der Werkstatt, Änschaffungsjahr, Kosten, Reparaturen, Zustand u. a.,
während auf der Rückseite oft Bedienungsvorschriften, besondere Verwendungs
möglichkeiten, Leistungsfähigkeit unter verschiedenen Belastungen, Geschwindig
keiten u. a. vermerkt sind. Dadurch wird jedoch nicht nur die richtige Aus
nutzung und Bedienung der Maschine gewährleistet, sondern gleichzeitig eine
Unterlage für die technische Vorkalkulation geboten.
Für die Verwaltungsabteilung wird oft eine besondere Maschinenstammkarte
ausgefertigt, auf der neben den rein technischen Angaben — die hier oft sogar
fehlen — Angaben über Ansohaffungskosten, Buchwert, Abschreibungen, Ver
brauch und Kosten von Ersatzteilen, Instandhaltungs- und Erneuerungskosten
und deren Verbuchung u. a. m. vermerkt werden. Hierdurch ist eine Gesamt
übersicht über die vorhandenen Betriebsmittel, eine Erleichterung der Inventur
und der Feststellung über Vorgänge der Beschaffung und Instandhaltung, sowie
eine einfache Ermittlung der Buchwerte und Abschreibungen für die gesamte
Maschinen- und Werkzeuganlage möglich.
Von der richtigen maschinellen Ausstattung, ihrer einwandfreien Arbeit und
ihrer Leistungsfähigkeit hängt heute vielfach Erfolg und Mißerfolg der Betriebe
ab. Technische Rückständigkeit kann in bezug auf die möglichen Kosten und die
Güte der Erzeugnisse zur völligen Ausschaltung vom Markte führen. Neue Ver
fahren können eine Steigerung der technischen Ausbeute, der Verwertung von
Abfällen oder Nebenprodukten, der größeren Reinheit, Feinheit und Genauigkeit
der Erzeugnisse bringen, so daß ein Verbleiben bei der bisher in Anwendung
stehenden Art der Fertigung ein kaum wieder gutzumachender Fehler wäre, der
ebenso den Untergang des Betriebes zur Folge haben kann wie etwa Fehlschät
zungen in der Absatzmöglichkeit eines Erzeugnisses überhaupt oder finanzielle
Mißwirtschaft.
Anhang: Das Rohstoffproblem in Deutschland. Im Zusammenhang mit der
Verknappung an Devisen und den Bestrebungen, Deutschland wieder mehr als
bisher auf heimische Erzeugnisse und Rohstoffe umzustellen, ist in den Betrieben
eine vielfach schwerwiegende Umstellung notwendig geworden. Zwar ist es im
allgemeinen neben den gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen vorwiegend eine
technische Angelegenheit; doch gehen die Überlegungen bis tief in die Gebiete
der kaufmännischen Arbeit hinein. So einfach an sich oft die Forderung gestellt
ist, statt des bisher verwendeten Werkstoffs einen andern zu nehmen, so schwierig
ist für die Betriebe ihre Durchführung. Selbst wenn, was durchaus nicht immer
der Fall ist, die Eigenschaften des neuen Stoffes denen des alten gleich sind, so
sind doch zumeist entweder die Beschaffungskosten oder aber die Bearbeitungs
kosten höher. Oft sind zur Verarbeitung des Ersatzstoffes ganz andere Verfahren
und Maschinen nötig, was nicht nur neues Betriebskapital und Entwertung der
bisherigen Anlagen bedeutet, sondern daneben ganz andere Erfahrungen und
unter Ümständen sogar besondere Facharbeiter oder langwierige und kostspielige
Umsohulungsarbeiten der bisherigen Gefolgschaft nötig macht.
Beispielsweise ist durch die Verwendungsverbote von Kupfer und Nickel und
ihren Legierungen für Beschlagteile aller Art die betroffene Industrie vor schwere
Entscheidungen gestellt worden. Zwar stehen für diese Erzeugnisse neue Werk
stoffe zur Verfügung, die nicht nur gleichwertig im Gebrauch, sondern zum Teil
sogar billiger sind, z.B. die Kunstharz-Preßstoffe aller Art. Aber ihre Verar
beitung erfolgt durch Pressen und erfordert einige Erfahrung, während die gleich
geformten Metallteile vielleicht durch Gießen oder Gesenkschmieden und nach-
herige Zerspanungsbearbeitung gefertigt wurden. Die Betriebe stehen also vor
der Frage, zu ihrem bisherigen Maschinenpark und Arbeiterstamm, die sie viel
leicht aus Gründen der Vorsicht oder weil ein Teil der Erzeugung (Export) noch
Prion, Die Lehre vom Wirtschaltsbetrieb. III. 3