Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

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Überbringer  auf  Sicht,  gewohnheitsmäßig  auf  gewisse  runde  Beträge
Geld  sd.  i.  Währungsgeld)  lautend."
Die  Notenbanken  gingen  vielfach  aus  den  Girobanken  hervor.  Hier
sowohl,  wie  überall  da,  wo  neue  Anstalten,  die  Noten  ausgeben  wollten,
entstanden,  übernahm  der  Staat  die  Leitung  oder  führte  die  Oberaussicht.
  Fast  stets  nahm  er  für  sich  das  Recht  in  Anspruch,  neue  Notenbanken
  ins  Leben  zu  rufen  und,  wenn  es  ihm  nötig  erschien,  bereits  bestehenden
  ihre  Konzession  (Privileg)  wieder  zu  nehmen.  Siehe  hierüber
den  Abschnitt  „Das  Notengeschäft".
Ein  neues,  durch  die  Kriegsverhältnisse  geschaffenes  Papiergeld  bildeten
die  Darlehnskassenscheine.  Das  Darlehnskassengesetz  schuf  ein  neben  der
Reichsbank  stehendes  und  die  Reichsbank  unterstützendes  Kreditinstitut
für  den  Lombardverkehr.  In  Höhe  der  bewilligten  Darlehen  werden
Darlehnskassenscheine  ausgegeben.  Die  kleinen  Scheine  zu  1,  2  und  B  M
gelangten  in  den  Verkehr,  die  großen  kamen  an  die  Reichsbank  und
dienten  dort  in  gleicher  Weise  wie  die  Reichskassenscheine  als  Notendecknng.
  Für  die  Darlehnskassenscheine  hafteten  1.  diejenigen  Werte,  gegen
deren  Verpfändung  das  Darlehen  erteilt  war,  2.  die  Darlehnsschuldner
persönlich  mit  ihrem  gesamten  Vermögen  und  3.  das  Reich  ss.  auch  den
Abschnitt  „Darlehnskassengesetz").
6.  Marken,  Notgeld,  Zinsscheine  nsrv.
Als  Geldersatzmittel  wurden  früher  häufig  —  heute  erfreulicherweise  nur
noch  in  sehr  beschränktem  Maße  —  auch  Briefmarken,  die  verschiedenen
Arten  von  Steuermarken  imb  Zinsscheine  verwendet.  Bei  der  Ausdehnung
,  des  bargeldlosen  Zahlungsverkehrs  ist  diese  Zahlnngsweise  recht  überflüssig. ­

Um  der  durch  Verschwinden  des  Metallgeldes  anS  dem  Verkehr  entstandenen
Not  an  Umlanfsmittcln  zu  begegnen,  wurde  allerorten  kommunales
Papiergeld  geschaffen,  von  dem  aber  bald,  da  Darlehnskassenscheine  zu
2  und  1  M  in  großen  Mengen  umliefen,  nur  noch  die  Scheine,  die  als  Ersatz
für  Nickelgeld  in  Betracht  kamen  szn  10,  25  und  50  Pf.),  im  Verkehr  waren  seine
Statistik  hierüber  bringt  der  Verwaltungsbcricht  der  Neichsbank  fürs  Jahr
1919).  Neben  diesem  Stadtgeld  sind  die  Notgeldscheine  von  Fabriken,  Straßenbahnen ­
  usw.  zu  erwähnen.  Die  staatlich  sächsische  Porzellanmanufaktur  in
Meißen  hat  1920  Probe-Münzen  aus  einer  porzellanähnlichen  Masse  hergestellt,
die  Anfang  1921  in  Verkehr  gegeben  worden  sind.
            
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