tägiger Laufzeit gelten als „kurze Sicht", Wechsel mit 56- bis 90tägiger
Laufzeit als „lange Sicht". Domizilwechsel sind nicht lieferbar.
Diese Ausschließung der Domizilwechsel (nicht auch der Wechsel mit
Zahlungsadresse!) hat seine Ursache darin, daß bis zur Novelle von 1908
der Akzeptant eines Domizilwechsels von der wechselmäßigen Haftung be
freit wurde, wenn nicht rechtzeitige Protestaufnahme beim Domiziliaten
erfolgt war.
Als vertretbar, als Gattungsware gelten die Akzepte der Großbanken
und einiger weniger großer Privatbankfirmen, die Mitglieder der „Stem-
pelvereinignng" sind. Als „Primadiskonten" in zweiter Linie kommen die
Akzepte der anderen großen Berliner Banken und Bankfirmen und von
einigen der großen Provinzbanken in Betracht. Sie werden in Berlin
bzw. in Hamburg, Frankfurt a. M., Leipzig usw. mit gewissen Einschrän
kungen (ine dem Vermittler bekannt sind oder von Fall zu Fall vereinbart
werden) angenommen, sind also nicht ohne weiteres vertretbare
Werte; im allgemeinen werden sie aber an der Börse und im Bankverkehr
„glatt zum Privatsatz" gehandelt.
Nur zu einem höheren Satz sind loszuwerden — man drückt dies auch
umschreibend ans „mit Courtage werden gehandelt" —; die Akzepte großer
Handels- und Industrieunternehmen („beste Warenwechsel"), die Akzepte
von Mittelbanken und mittleren Privatbankfirmen. Ob und in welcher
Gesamtsumme solche Wechsel als Privatdiskonten genommen werden, wird,
ebenso wie die Höhe des Diskontsatzes, in der Regel von Fall zu Fall
zwischen den Parteien vereinbart. Mitunter sind die Zuschläge, die zum
Privatsatz erhoben werden, zwischen den Parteien für längere Zeit geregelt.
Eine weitere Kategorie bilden die „bankgirierten Waren-
w e ch s e l", d. h. Wechsel, die das Giro einer guten Bank oder Bankfirma
tragen und auf Grund dieser Sicherheit zu einem niedrigeren Satz als
dem Banksatz angekauft werden. Am 26. März 1927 war z. B. bei einem
Banksatz von 5 % der Satz für „bankgirierte Warenwechsel" für erste
Banken und Bankhäuser 4 7 / 8 %, für bessere Bankfirmen und Provinz
banken 5%, während „Privatdiskonten" 4 7 / 2 —4 3 / 4 % notierten.
An derBörse spielt sich der Handel in Privatdiskonten so ab, das; die
seit langer Zeit als Makler und als Properhändler fungierende Firma
F. Meißner L Co. Nachf. Lei den Vertretern der am Privatdiskonthandel
beteiligten Firmen täglich anfragt, ob sie Geber oder Nehmer von
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