Der Betrieb.
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Vorhandensein von fruchtbarem Boden, das Abbauen von Erzen, Steinen, Holz
usw. gestalten die Betriebe nicht nur danach, ob sie sich mit diesem Stoff befassen
sollen, sondern auch nach der Richtung hin, wie die Tätigkeit an diesem Stoff am
besten zu gestalten ist. Auf diese Weise entstehen die Kohlen-, Eisen-, Holz-, Textil-
usw. Betriebe. Zum Stoff gehört ferner die Frage, wie der Stoff behandelt wird:
mit der Menschenhand, einem von Menschenhirn erdachten und von Menschenhand
gefertigten Werkzeug oder mit einem selbsttätigen Werkzeug, der Maschine. So
unterscheiden wir Handbetriebe, Werkzeugbetriebe und Maschinenbetriebe, je
nachdem, ob Werkzeuge oder Maschinen im Betrieb verwendet werden oder nicht,
wobei zu beachten ist, daß Werkzeuge und Maschinen die menschliche Handarbeit
nicht gänzlich überflüssig machen. Zum Stoff gehören endlich die Kräfte, die von
dem Menschen in den Dienst des Betriebes gestellt werden können: Wind, Wasser,
Dampf, Elektrizität, die gleichfalls wieder Betriebe formen, abgrenzen und verselbständigen.
Auch die zu erstellende Leistung, das wertvolle Gut, wirkt auf die Gestaltung
des Betriebes ein. Die bunte Mannigfaltigkeit der Halb- und Fertigerzeugnisse
spiegelt die Vielfältigkeit der menschlichen Bedürfnisse wider, die die Wirtschaft
zu befriedigen sich zum Ziel gesetzt hat. Fast unübersehbar ist die Zahl der verschiedenen
Betriebe, wollte man nach der Art der hergestellten Güter eine Aufzählung
vornehmen: man denke nur an die Gegenstände, die allein in einem
Warenhaus zum Verkauf ausgelegt sind. Doch lassen sich nach zwei Richtungen
hin grundlegende Unterscheidungen vornehmen: erstens spricht man von Verbrauchsgüterbetrieben,
die solche Güter hersteilen, die dem unmittelbaren Verbrauch
dienen (vgl. oben), und von Produktionsgüterbetrieben, die solche Güter
herstellen, die in anderen Wirtschaften zur Herstellung von Gütern verwendet
werden. Über ihr — wichtiges •— gesamtwirtschaftliches Zusammenwirken wird
unter C noch zu sprechen sein. Die andere Einteilung knüpft an die Art und Weise
an, wie die Güter an die Bedürfnisbefriedigung herangebracht werden: die Handelsbetriebe
schieben sich als Zwischenglieder zwischen herstellende Wirtschaft
und Verbrauch ein; die Verkehrsbetriebe übernehmen die Beförderung der Güter
von der Wirtschaft zum Verbrauch; die Bankbetriebe befassen sich mit dem Geldund
Kapitalverkehr; so bleiben als letzte Gruppen die eigentlichen Stoffbetriebe,
die Landwirtschafts- und Bergbaubetriebe sowie die Gewerbebetriebe, die die
Stoffe bearbeiten und verarbeiten. Die Leistungen in diesen fünf Gruppen von
Betrieben sind so artverschieden, daß gerade diese Gliederung tiefe Furchen in der
Gesamtwirtschaft gezogen hat. Unter B wird davon noch eingehend zu sprechen
sein; hier kommt es nur darauf an, zu zeigen, zu welchen Einteilungen man gelangt,
wenn man von dem Wirtschaftsbetrieb als Betrieb ausgeht (im Gegensatz zum
Wirtschaftsbetrieb als Wirtschaft).
In besonderer Weise wirkt der dritte Grundbestandteil; die Organisation auf
die Gestaltung der Betriebe ein. Wir verstehen unter Organisation die zweckmäßige
Gestaltung des Ablaufes der betrieblichen Tätigkeit, die beste Aufteilung
der zu leistenden Arbeit und Wiederzusammenfassung zum Ganzen. Es zeigt sich,
daß gewöhnlich die Aufteilung so erfolgt, daß in sich geschlossene Einheiten gebildet
werden, die ihre Abgrenzung nicht nur in der Art der zu leistenden Tätigkeit,
sondern auch darin finden, daß der Ablauf der Arbeit von einer Stelle aus
erdacht, übersehen oder nachgeprüft werden kann. So kann innerhalb eines Wirtschaftsbetriebes
eine ganze Anzahl solcher betrieblicher Einheiten entstehen, und
es ist bezeichnend, daß diese abgespaltenen Teile wieder die Bezeichnung Betrieb
tragen. Genauer wäre es, zu sagen: Unter- oder Teilbetriebe. Dann kann ein
(Wirtschafts-)Betrieb aus einem einheitlichen Betrieb oder aus mehreren (Teil-)
Betrieben bestehen. Im ersteren Falle deckt sich der Wirtschaftsbetrieb mit der