transports einen beträchtlichen Schiffsverkehr flußaufwärts unter
halten. Der im Hafen erfolgende Umschlag der durch Seeschiffe
angebrachten Güter »im Strom« selber, d. h. die Überladung vom
Seeschiff ins Flußschiff und umgekehrt, erscheint als das Natürliche.
So finden wir denn, daß sich auch heute noch der überwiegende
Teil des Umschlags »im Strom« abspielt. Der beschleunigte, aber
teure Güterverkehr an den Kais beträgt ungefähr ein Drittel des
gesamten Umschlags im Hamburger Hafen. Der Kaibetrieb selber
zerfällt in drei Arten, nämlich in den weitaus überwiegenden Um
schlagsbetrieb, der sich an den mit Kränen und Schuppen aus
gerüsteten Kaistrecken abwickelt, ferner in den sog. Freiladever
kehr; d. h. der Kai ist wohl mit Kränen usw. zur direkten Über
ladung vom Schiff in die Eisenbahn und umgekehrt versehen,
aber es sind keine Schuppen zur vorläufigen Lagerung vorhanden.
Schließlich besteht noch ein verhältnismäßig geringer Verkehr an
den Standorten der Schwerlastkräne; auch dort gibt es keine
Schuppen zur Lagerung.
Die gesamten Anlagen, die durchweg vom Staat gebaut worden
sind, befinden sich auch zum großen Teil in Staatsverwaltung,
während der übrige Teil an einige große Reedereien verpachtet ist.
Auf die Entwicklung der Kais gehe ich nun im folgen
den ein.
Früher löschten und luden, wie schon erwähnt, die Schiffe
»im Strom« mit Hilfe von Schiffswinden in die Schuten. 1866
wurden in Hamburg zum ersten Male die landfesten Kais in Be
nutzung genommen, jene anfangs aus Holz erbauten, später massiven
Ufermauern. Ihr Zweck geht dahin, das Lösch- und Ladege
schäft durch unmittelbare Verbindung des Schiffes mit dem Lande
zu erleichtern und zu beschleunigen. 1866 wurde nach Aushebung
des ersten Hafenbeckens — des Sandtorhafens — — der erste
Kai — der Sandtorkai — — dem Betriebe übergeben. Er hatte
eine Länge von 1020 m. Die Errichtung dieses Kais war wirt
schaftlich um so wichtiger, als man zu dieser Zeit schon Kräne
mit Dampfbetrieb kannte 1 ). Die Dampfkräne, die 1860 zuerst
aufkamen, bürgerten sich nur sehr langsam ein, solange man noch
*) Einer der ersten überhaupt aufgestellten Kräne datiert aus dem Jahre 15 54 und be
findet sich in Andernach am Rhein. Er wird noch jetzt durch ein Tretrad betrieben und
hat eine Tragfähigkeit von 2000 kg bei 6 m Ausladung. 1820 wurde der erste guß
eiserne Kran in Hamburg aufgestellt, der bei 4,75 m Ausladung eine Tragfähigkeit von
375° kg aufwies. Bei diesem Kran leisteten zwei Mann dieselbe Arbeit wie sechs Mann
an dem hölzernen Kran zu Andernach.