schließen, falls die Art der geladenen Güter diesen Schritt nur
irgend zuläßt, im Strom zu löschen. Aber selbst wenn ein
direkter pekuniärer Vorteil der Kailöschung gegenüber der
Stromlöschung nicht zu verzeichnen ist, so bewirkt die Kai
löschung doch unter Umständen ganz erhebliche Ersparnis an
Zeit, d. h. an Zinsen, Amortisation, Gagen, Kost usw. Das ist
besonders bei Stückgutladung der Fall. Es würde ein großer
Zeitverlust eintreten, wenn man die Stückgüter »im Strom« von
den einzelnen Ladungsempfängern abholen lassen wollte. Bei
Kailöschung geschieht die ganze Such- und Sortierungsarbeit im
Schuppen.
Die Kaiverwaltung hat auf verschiedene Weise versucht, die
Kailöschung der Stromlöschung gegenüber nach Möglichkeit
günstiger zu gestalten. Das ist durch folgende Maßnahmen ge
schehen: Einmal wird das ankommende Schiff schon telegraphisch
angemeldet, wenn es noch ca. drei Stunden vom Hamburger Hafen
entfernt ist. Sodann werden den häufig und regelmäßig ver
kehrenden Dampfern besondere Plätze eingeräumt; ferner tritt
eine Bevorzugung unter den Schiffen je nach ihrem Werte
ein, wie folgender Passus zeigt: »An den mit Schuppen ver
sehenen Kais werden Dampfschiffe vor Segelschiffen, und
unter den Dampfschiffen diejenigen solcher Linien bevorzugt,
welche regelmäßige Fahrten von und nach Plamburg unter
halten und die Kaianlagen regelmäßig benutzen. Den Schiffen
dieser Linien werden, soweit tunlich, immer dieselben Plätze an
gewiesen« 1 ).
Schließlich versucht die Kaiverwaltung, um mehr Schiffen
Gelegenheit zu geben, die Kais zu benutzen, eine schnellere Ab
wicklung der Löschgeschäfte durch Nachtarbeit * 2 3 ) zu ermöglichen.
LIierbei stößt die Verwaltung aber häufig auf den Widerstand
der Schiffe 3 ), ohne deren Einwilligung die Nachtarbeit nicht vor
genommen werden darf. So ist man denn ganz neuerdings darauf
gekommen, die Löschgeschwindigkeit zu erhöhen durch Anwen
dung einer größeren Zahl von Kränen als bisher per Luke. Da
man per Kran die Zahl der Leute eines Ganges nur auf 6 bis
t) Betriebs- und Gebührenordnung für die Kaianlagen § 2, IV. Absatz.
2 ) Der Kaibericht für 1911 schreibt: »Bei 172 Schiffen wurde in Nachtschicht
Mit 524 Abteilungen gearbeitet.
3 ) Die Zustimmung zur Nachtarbeit wird von den Schiffen, falls sie keine Eile
haben, besonders von ausländischen Schiffen nicht selten verweigert. Der Grund ist
’it den höheren Kosten zu suchen.