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»er Bauernschaft unterstützt, weil er hofft, durch sie
venig beeinträchtigt zu werden. Man nimmt in
RNiesen Kreisen an, daß mit der Gewährung der
Zelbstverbraucherprämie an die Landwirte die Ab—
ieferungen an heimischem Brotgetreide sich jeden—
alls nicht steigern werden und daß auf 100 t ein—
ee Getreides nicht mehr als 1 bis 12810t
Inldndsgetreide werden übernommenwecrden
nüssens,.
7. Das norwegische Getreidemonopol und die
Landwirtschaft
Die norwegischen Bauern standen dem Getreide—
snonopol trotz der Vergünstigungen, die es der
Landwirtschaft zukommen ließ, im allgemeinen ab—
ehnend gegenüber, weil sie sich davon eine wirksame
fFörderung des Getreidebaues nicht versprachen.
diese Stellungnahme erklärt sich aus den besonders
earteten landwirtschaftlichen Verhältnissen des
ꝛandes. Wie in der Schweiz liegt das Schwergewicht
in der Vieh- und Graswirtschaft. Von den über
O Millionen ha der Gesamtoberfläche des Landes
ind nur rund 660 000 ha, also wenig über 2 v. H.
ulturfähiger Boden. Der im Jahre 1918 ein—
etzende Anbauzwang vermochte mehr als die
Zälfte dieses Bodens in Ackerland zu verwandeln.
Das Wiesenland nahm jedoch nach Aufhebung des
Anbauzwanges bald die frühere Ausdehnung
wieder ein. Von der gesamten kultivierten Fläche
varen Ackerland
1918.. .
928..7
924.
925
51,48 v. H.
39,81 ⸗
38,93 —
38,638—
Im Durchschnitt der Jahre 1909 bis 1913 waren
68 000 ha mit Getreide bestellt, jetzt sind es
175 000 ha. Bei weitem überwiegen dabei Hafer
ind Gerste. Wie das nachfolgende Bild zeigt, haben
ich in der Kriegs- und Nachkriegszeit in der Ver—
eilung auf die einzelnen Getreidearten Verschiebun—
gen ergeben.
(Siehe Tafel auf S. 38)
Der Anbau von Hafer ist zurückgegangen. Wäh—
end er 1918 bis 1921 61 v. H. der Getreide—
läche einnahm, fallen auf ihn 1924 nur noch
»2 v. H. Der Anbau von Gerste ist auch nach
Aufhebung des Anbauzwanges höher geblieben als
nder Vorkriegszeit. Es handelt sich dabei zum
Teil um Einwirkungen des Monopols. Bei Hafer
virkten mindernd die Beseitigung der Übernahme—
flicht der Monopolverwaltung 1920, Aufrechterhal—
ung des Ausfuhrverbotes und schlechte Preise, in
eschränktem Umfang wohl auch Abwendung des
VLerbrauchs von der althergebrachten Hafergrütze.
Bei der Gerste wirkten auf den Anbau foͤrdernd die
jünstigen Abnahmebedingungen der Monopolver—
valtung. Die Verbrauchsminderung in der Nach—
kriegszeit geht bei der Gerste auf Kosten der Einfuhr.
Der Roggenanbau blieb während der Zeit des An—
auzwangs und trotz aller Vergünstigungen der
Nachkriegs-Monopolzeit hinter der Vorkriegszeit
a) Innstilling fra deon forsterkede landbrukskomite om
utferdigelss av on lov om landets Kornforsyning. 8. 18.
37
Nr. 2785
zurück. Dafür steigerte sich der Weizenanbau, der
letzt dem Roggenanbau gleichkommt. Es handelt
ich hier um Wandlungen des Bedarfs.
Der gebirgige Charakter des Landes und die
Zersplitterung des kulturfähigen Bodens hat das
Vorwiegen des Kleinbesitzes zur Folge. 60 v. H.
der Landwirte sind genoͤtigt, zur Deckung ihres
eigenen Bedarfs Getreide dazuzukaufen. Die
Verteilung der Erzeugung der einzelnen Getreide—
arten auf die verschiedenen Landesteile weist große
Anterschiede auf. Weizen wird fast nur in
Destlandet und Sörlandet, Roggen fast nur in
Destlandet und Oplandene gebaut. Der Getreide—
zau ist in einem großen Teil des Landes fast aus—
chließlich auf Hafer beschränkt. Ein Getreide—
nonopol, das nur den Landwirten Vergünstigungen
zewährt, die einen Überschuß an Brotgetreide zum
Lerkauf bringen können, bietet deshalb der Mehr—
ahl der norwegischen Landwirte keine Vorteile.
Schon vor dem Krieg hatten die Landwirte, die
inen Überschuß ihrer Getreideernte abgeben können,
nit Absatzschwierigkeiten zu kämpfen. Die Ernte
ann häufig nicht trocken eingebracht werden. Die
dörnerfrucht wird dann erst nach längerer
Lagerung und Trocknung mahlfähig. Zudem ist für
»en Handel und die Handelsmühlen bei den
chwierigen Transportverhältnissen die Eindeckung
mit dem in kleinen Mengen angebotenen Inlands—
getreide unbequem. Die Landwirte müssen deshalb
hei freiem Verkehr mit einem Unterpreis von
10 bis 183 v. H. gegnüber dem Preis des Auslands—
getreides gleichen Hektolitergewichts eik norwegischen
Zafen rechnen. Auch die landwirtschaftlichen
Organisationen haben dem wenig abzuhelfen ver—
mocht. Sie mußten ihre Haupttätigkeit in dem
sinkauf von Kraftfutter, Dünger und Maschinen
erTblickenss). Es besteht deshalb in Norwegen keine
MNeinungsverschiedenheit darüber, daß der Brot—
jetreidebau im Lande nur durch besondere staat—
iche Schutzmaßnahmen aufrechterhalten werden
kann und daß ein Schutzzoll für sich allein weit mehr
die Verbraucher belasten als den Bauern Hilfe
hringen würde. Besonderer Wert wurde deshalb von
der Bauernpartei immer auf die Sicherstellung des
Absatzes für Inlandsgetreide, Abwälzung der In—
andsfrachten und vor allem auf besondere Zu—
vendungen an die Selbstverbraucher gelegt. Sie
var Gegner des Monopols, weil es die letzgenannte
er drei Forderungen nicht erfüllte und die Er—
üllung der beiden erstgenannten Forderungen nach
»er von ihr vorgeschlagenen Loͤsung auch ohne
Monopol sich erreichen ließ. Das Monopol in der
estehenden Form lege nicht ausreichend Gewicht auf
ie Förderung des inländischen Getreidebaues. Die
ürfahrung der Jahre 1918 bis 1921 hätte gezeigt,
»aß sich die Getreideerzeugung in Norwegen noch
rheblich steigern lasse. Der damals erreichte Erfolg
önne auch ohne Monopol wieder erzielt werden,
venn durch die Gewährung des „Kornschutzes“ an
den Selbstverbraucher die Getreideerzeugung für
den eigenen Bedarf entsprechend bewertet werde.
Tharakteristisch für norwegische Verhältnisse ist die
13) Dr. Kurt Ritter in der „Deutschen Tageszeitung'
som 8. September 1925 NYr. 422.