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der Grundsätze des Parteiprogramms und Anterstützung der Partei abhängig
gemacht, ohne daß für letzteres ein bestimmter Beitrag vorgeschrieben wurde.
Den Parteigenossen in den einzelnen Wahlkreisen wurde aufgetragen, Vertrauensmänner
zu ernennen, die Zahl und der Wahlmodus aber ihrem
Ermessen anheimgestellt. Die Parteileitung wurde aus zwei Vorsitzenden
(August Bebel und Paul Singer), zwei Schriftführern (Ignaz Auer und
Richard Fischer), einem Kassierer (Albin Gerisch) und sieben Kontrolleuren
zusammengesetzt, zum offiziellen Parteiorgan ward das „Berliner Volksblatt"
bestimmt, das vom 1. Januar 1891 an den Titel „Vorwärts" erhielt. Von
weiteren Angelegenheiten, die den Kongreß beschäftigten, sind die Auseinandersetzungen
mit den Vertretern der als Bewegung der „Jungen"
bekannt gewordenen Opposition zu erwähnen, die aber hier noch zu keiner
entscheidenden Beschlußfassung führten. Doch zeigte sich schon, daß die
große Mehrheit der Partei der Opposition feindlich gegenüberstand. Einige
Anklagen mehr persönlicher Natur, die Wilhelm Werner, der meistgenannte
Wortführer der Opposition in Berlin, gegen die Neichstagsfraktion der
Partei und deren Mitglied Karl Grillenberger vorgebracht hatte, wurden
von einer vom Kongreß eingesetzten Antersuchungskommission einstimmig für
unbegründet erklärt, und der Kongreß schloß sich dem Arteil der Kommission
mit allen gegen 24 Stimmen an. Eine Resolution, die entgegen dem
Tadel der Opposition das Verhalten der Reichstagsfraktion guthieß, wurde
sogar gegen den einzigen Werner, der sich der Abstimmung enthielt, einstimmig
angenommen.
Der zweite Kongreß der Partei brachte nun in der Frage der Opposition
die Entscheidung. Er tagte vom 14. bis 20. Oktober 1891 in Erfurt
und hatte als wichtigste Gegenstände die Frage der Taktik und die Frage
des Parteiprogramms auf der Tagesordnung. In letzterer Linsicht wurde
mit wenigen Abänderungen der von der Redaktion der „Neuen Zeit"
(Karl Kautsky, zum Teil unter Mitwirkung von Ed. Bernstein) ausgearbeitete
Entwurf einstimmig angenommen, in bezug auf die Frage der
Taktik fand eine von Bebel beantragte Resolution einstimmige Annahme,
die in den Sähen gipfelte, daß die Eroberung der politischen Macht das
Hauptziel der Partei sei, aber nicht das Werk eines Augenblicks oder
Frucht momentan gelungener Überrumpelung der Gegner sein, sondern
nur durch zähe und ausdauernde Arbeit und geschickte Benutzung aller
Mittel und Wege der Propaganda erreicht werden könne; daß kein Grund
vorliege, die bisherige Taktik der Partei zu ändern, und daß die Partei
von ihren Vertretern verlange, fest und entschieden im Sinne des Parteiprogramms
zu handeln und, ohne auf die Erlangung von Konzessionen
seitens der herrschenden Klassen zu verzichten, immer das ganze und letzte
Ziel der Partei im Auge zu haben.
Nach der Absicht des Antragstellers richtete sich die Resolution gleichzeitig
gegen den Radikalismus der Opposition wie gegen den Geist der
Vollmarschen Reden. Nachdem Vollmar dargelegt hatte, daß er einen
Unterschied zwischen den Sätzen der Resolution und seinen Ausführungen
nicht finden, dieser vielmehr durchaus zustimmen köime, wurde ein Zusah
beantragt, der direkt eine Ablehnung der von Vollmar entwickelten Taktik
aussprach; er ward indes nach Beendigung der sehr eingehenden Debatte
zurückgezogen. Die Auseinandersetzung mit der Opposition hatte die