Full text : Bevölkerungslehre

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\ Erster geschichtlicher Teil

Antrieb zu fortschreitenden Verbesserungen in der Produktion und
zu stets sich steigernder Geschicklichkeit und Intelligenz gegeben.
Aber damit muß der Druck der Bevölkerung in dem Maße, in dem
er sich der Vollendung seines Wirkens nähert, sich auch selbst zum Abschluß
 bringen und damit auf einen Gleichgewichtszustand zwischen
arterhaltenden und artzerstörenden Kräften, d. h. schließlich zwischen
Wirtschaft und Volkszahl, hindrängen. „Indem der Mensch“, so führt
Spencer aus, „dem Gleichgewicht zwischen seiner Natur und den
stets wechselnden Verhältnissen seiner organischen Umgebung sich
annähert und zugleich einem Gleichgewicht zwischen seiner Natur
ınd sämtlichen Forderungen des sozialen Zustandes fortdauernd
näher kommt, schreitet der Mensch zu gleicher Zeit auch nach jener
niedrigsten Grenze der Fruchtbarkeit vor, an welcher das Gleichgewicht
 der Bevölkerung durch die Hinzufügung so vieler Kinder
erreicht wird, als durch den Tod in späterem Alter beseitigt werden.
Alle diese Veränderungen in der Zahl, in den sozialen und organischen
 Verhältnissen, müssen durch ihre gegenseitige Beeinflussung
unaufhörlich auf einen Zustand der Harmonie hinwirken, auf einen
Zustand, in welchem dann jeder der Faktoren genau seiner Aufgabe
entspricht und dieses denkbar höchste Resultat muß durch denselben
universalen Prozeß herbeigeführt werden, der schon im einfachen
organischen Vorgang wirksam ist“ 1.
So kommt Spencer zu einer durchaus harmonisch optimistischen
Auffassung, die — wenn auch von anderen Grundlagen ausgehend —
sich in mancher Hinsicht mit den Lehren des Manchestertums, dem
auch Spencer in vielen anderen Beziehungen nahe stand, deckte.
Eine ähnliche Auffassung hatten wir auch bei Carey kennen gelernt,
 der den Satz aufstellte, daß der Grad der Fruchtbarkeit in
umgekehrtem Verhältnis zur Entwicklung des Nervensystems stehe.
„Die Kraft, das Leben zu erhalten und die Zeugungskraft stehen
miteinander im Gegensatz und dieser Gegensatz wirkt beständig hin
auf die Herstellung eines Gleichgewichts“ ?. Man hät schon mit
Recht hier Einflüsse Spencers angenommen.

!) Prinzipien, a. a. O., 8 375.
*) Lehrbuch d. Volkswirtschaft, a. a. O., S. 612.
            
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