Object: Geld-, Bank- und Börsenwesen

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Der Giroverkehr bewegte sich anfangs in sehr engen Grenzen, 
wofür der Grund wohl hauptsächlich in der Höhe der Gebühren — bei 
Eröffnung eines Banksoliunis waren 50 nnd für sedes ^,-olium (20 Posten) 
5 Taler zu entrichten — zu suchen ist. Auch der N o t e n u m l a u f war 
so gering, daß die Barmittel der Bank, auf deren Stammkapital nur 
knapp *4 Millionen Taler eingezahlt waren, keine nennenswerte Erhöhung 
erforderten. Größere Mittel, die es ermöglichten, Diskont- und 
L o m b a r d g e s ch ä f t e zu betreiben, erhielt die Bank erst 1768, als ver 
fügt worden war, daß ihr die Mündel-, Gerichts- und Stiftungsgelder 
als verzinsliche Depositen zu überweisen seien. 
Bald trat der umgekehrte Fall ein: Die Bank hatte mehr Mittel, 
als sie für die einzig statthafte Anlage für Depositengelder, das Diskont- 
und Lombardgeschäft, das wegen des damals in Preußen wenig ent 
wickelten kaufmännischen Verkehrs nur von geringem Umfange war, ver 
wenden konnte. In der Sucht, die ihr anvertrauten Gelder möglichst 
nutzbringend anzulegen, und zur Förderung politischer Zwecke ließ sich 
die Bank zu einem Schritt verleiten, der sich bald bitter rächen mußte, 
da er gegen das oberste Gesetz der Bankpolitik verstoßt: Sie hatte einen 
großen Teil der ihr zur Verfügung stehenden Kapitalien, etwa 10 Mil 
lionen Taler, als hypothekarische Darlehen weggegeben. 
1806, in dem Unglückssahre Preußens, kam es zur Katastrophe: Die 
Depositen wurden von der Bank, die inzwischen, zur Bequemlichkeit ihrer 
Kunden, an 12 Orten Filialen errichtet hatte, zurückgefordert. Vergeb 
lich aber versuchte die Bankverwaltung die von ihr auf Hypotheken aus- 
geliehenen Gelder zurückzuerhalten. Große Verluste — alles in allem 
gegen 71/3 Mill. Taler — entstanden für die Bank, hauptsächlich auch 
dadurch, daß die warschauisch-süchsische Regierung auf Grund der mit 
Napoleon 1808 zu Bayonne abgeschlossenen Konvention zahlreiche aus- 
stehende Forderungen der Bank konfiszierte. Der mit der Leitung des 
Instituts beauftragte Präsident Friese war bestrebt, das bei seinem 
Amtsantritt (1817) vorgefundene Defizit von etwa 7,2 Mill. Taler mög 
lichst schnell zu beseitigen, was ihn, und seinem Nachfolger, dem Minister 
Rother, auch gelungen ist. 
Mit der Ausgabe von Kassenscheinen, zu 100 Taler, wie 
sie bis 1808 bereits im Umlauf waren, wurde 1820 wieder begonnen. 
Neben den Noten der Kgl. Giro- und Lehnbank finden wir im 3. und
	        
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