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und Lademittel für den Getreideumschlag heute ganz zugunsten
der Schüttladung entschieden. In gewissem Umfange ist durch
die neuen Lösch- und Ladevorrichtungen, soweit nämlich die
pneumatischen Heber in Frage kommen, ein Gegengewicht gegen
die oben erwähnten hygienischen Mängel geschaffen worden.
Durch die Saugheber, die heute in allererster Linie als Getreide
löschvorrichtungen im Hamburger Hafen im Gebrauch sind x ),
werden nämlich erstens einmal Unreinlichkeiten, die sonst beim
Löschen Vorkommen können, vermieden und dann vorhandene
beseitigt. Weiter wird aber das Getreide auch durch das Hoch
saugen in stärkstem Maße durchlüftet und durchgeschüttelt. Dadurch
wird häufig der beginnenden Selbstdarre vorgebeugt und ein
Muffigwerden verhindert. So tragen also die modernen Lösch-
und Ladeeinrichtungen nicht wenig dazu bei, dem Getreide die
börsenmäßige Lieferungsqualität zu erhalten. Noch vor 25 Jahren
wurde in Hamburg — in Rotterdam noch vor zehn Jahren — das
Getreide in Körben oder Säcken aus den Schiffen getragen und
mit der Hand- resp. Dampfwinde oder mit dem Kran aus dem
Schiff befördert. Die Leistung betrug etwa 20 Tonnen pro Stunde
und die Kosten beliefen sich auf 65 Pfennig pro Tonne, wozu
noch die Lieferung von Tauwerk, Dampfwinden etc. mit zirka
15 Pfennig pro Tonne in Anschlag zu bringen sind, so daß man
auf einen Preis von ca. 80 Pfennig pro Tonne kommt.
Man baute dann die in den Mühlen gebräuchlichen Becher
elevatoren für den Lösch- und Ladebetrieb der Schiffe aus, »bei
denen das Elevatorgehäuse an einem verstellbaren und einziehbaren
Ausleger mit Pendel Vorrichtung zum Einstellen des Gehäuses hängt
und der Elevator meist durch einen Elektromotor angetrieben wird.
Die Leistung dieser Becherelevatoren beträgt bis zu 400 Tonnen
1 ) Der Jahresbericht des Hafenbetriebsvereins in Hamburg e. V. schreibt über
üas Jahr 1911 auf S. 17: Die Beschäftigung von Handarbeitern beim Löschen von Ge
treide hat sich wieder gehoben, was allerdings vermutlich nur eine vorübergehende Er
scheinung ist. Es wurden 1911 für 61 (gegen 47) Dampfer 169 (88) Korngänge mit
zusammen 1183 (616) Mann vermittelt, die 5257 (2632) Manntage leisteten. Die
Hauptzunahme fiel in die Sommermonate, in denen sich im Betrieb der Getreideheber
gesellschaft die Folgen des Streiks ihrer Arbeiter geltend machten, was zusammen mit
dem ungewöhnlich großen Andrang von Getreideschiffen, der im Berichtsjahre geherrscht
hat, die Ursache der stärkeren Heranziehung von Handgängen gewesen sein dürfte.
Durch die Heber der Gesellschaft wurden 1911: 2352000 Tonnen (von 2840000
Tonnen Gesamtseeimport. D. V.) (gegen 1 896000 Tonnen in 1910, 1 821 000 Tonnen
>n 1909 U nd 1 382 000 Tonnen in 1908) gelöscht, und da inzwischen drei weitere
Heber in Tätigkeit gestellt sind, läßt sich annehmen, daß künftig bis auf geringe Reste
der ganze Getreideimport zur mechanischen Entlöschung kommen wird.
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