Full text: Die Werttheorie und das Problem des "Konstanten" (Technischen) Kapitals

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Das gleiche Phänomen 1äßt sich auch aus dem Einheits- 
preis der Ware ableiten. Sowohl vor wie nach Anwendung 
der Maschinen ist der Preis jeder Produkteinheit (100 Ein- 
heiten) gleich L. 4. Aber vorher lastete auf jeder Einheit das 
Lohnkapital mit L. 0.60 und der Profit mit L. 0.40. Nachher. 
hingegen belastet das Lohnkapital jede Einheit mit nur 
L. 0.30, der Profit hingegen weiter mit L. 0.40. 
Wir haben bisher den Fall betrachtet, in dem die Pro- 
duktquantität konstant bleibt. Tatsächlich bedeutet, wie wir 
mehrmals erinnert haben, die Einführung des technischen 
Kapitals keine Beständigkeit, sondern eine Vermehrung, ja 
sogar eine starke Vermehrung der produzierten Quantität. 
Während dieses Phänomen seine ganze Bedeutung füh- 
len 1äßt, solange man die Betriebe und Arbeiter in ihrer Ge- 
samtheit und die Produktquantitäten konsequent unabhän- 
gig von jedem Tauschwertbegriff betrachtet, büßt es jedoch 
viel von seiner Wichtigkeit ein, sobald man einen einzelnen 
Betrieb untersucht und daher das Tauschwertkriterium an- 
wendet, von dem man vorher abgesehen hatte. In bezug auf 
die einzelnen Betriebe gilt nicht die Quantität der betreffen- 
den Produkte an sich, sondern ihre Erwerbsmacht, ihr 
Tauschwert. Die Quantität der Produkte gewinnt nur inner- 
halb der Grenzen eine Bedeutung, in denen sie eine Rückwir- 
kung auf den Wert ausübt. 
Wenn z. B. in der Hypothese von Betrieb V die Produkt- 
quantität von 100 auf 200 stiege, die andern Bedingungen 
aber unverändert blieben, brauchten wir für alles übrige 
nur das zu wiederholen, was wir weiter oben gesagt haben. 
Auch wenn wir der größeren Einfachheit halber tatsäch- 
lich annehmen, daß die Zunahme von Produktion und An‘ 
gebot keine Preisabnahme infolge der Gesetze der Nachfrage 
ist an sich sehr richtig. Aber er beweist nichts zu Gunsten der 
kapitalistischen Herrschaft. Man braucht nur anzunehmen, daß 
das Kapital und somit auch das technische Kapital Kollektiv- 
Kigentum werden, um einzusehen, daß die Arbeiter bei dieser 
Hypothese zum eigenen Nutzen soviel zurück behalten könnten 
wie entsprechend der Größe des vorgestreckten technischen Ka- 
pitals heute den Kapitalisten zukommt. Es ist etwas anderes, 
festzustellen, daß eine gegebene Erscheinung die notwendige 
Wirkung eines gegebenen Wirtschaftssystems darstellt, und et 
was anderes, sich darüber zu täuschen, daß eine derartige Fest- 
stellung an sich zur Festigung jener sozialen Voraussetzungen 
dienen kann, von denen sie eine reine Folgeerscheinung ist. 
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