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darauf angewiesen war, sie von einer Zentralstation aus zu speisen.
Als man aber erst leistungsfähige Dampfkessel von kleinen Ab
messungen zur Verfügung hatte, ging man zur Konstruktion von
fahrbaren Dampfkränen über, um auf diese Weise das »Ver
holen« der Schiffe zu vermeiden und die teuren Kaimauern besser
ausnutzen zu können. Die Form der Kräne, die anfangs mehr
für den Umschlagsverkehr am Lande eingerichtet waren, paßte
sich dem Kaibetrieb bald an. Alle diese Kräne wurden lediglich
als Schwerlastkräne benutzt, während die leichten Lasten stets
durch Menschenkraft getragen, geschleift oder gekarrt wurden.
Als mit der Größe der Dampfer einmal die Abmessungen der
Laderäume stiegen und ferner die größere Investition von Kapital
in den Dampfern eine größere Rücksichtnahme auf die Verzinsung
erheischte, da gewann auch die schnellere Löschung leichterer
Massen Bedeutung und es galt, für diese Art von Gütern brauch
bare Kräne zu schaffen. Es mußten also Kräne konstruiert werden,
die i —1,5 Tonnen mit ungefähr einem Meter Hubgeschwindigkeit
und zwei Meter Schwenkgeschwindigkeit in der Sekunde leisteten.
Diese Kräne wiesen im Maximum io—12 m Ausladung, 15 m
Auslegerhöhe und 20 m Hubhöhe auf. Eine weitere Forderung
an die Kräne war die stete Betriebsbereitschaft, um sofort mit
Löschen beginnen zu können. Diese Bedingungen wurden gerade
bei den Dampfkränen am wenigsten erfüllt, weil hier ein Unter
dampfsetzen der Kessel immerhin 1—2 Stunden erforderte. Auch
war der Dampfbetrieb gerade mit Rücksicht auf die größtmögliche
Zeitersparnis zu kompliziert, denn oft mußte man nachhelfen, damit
die Kräne überhaupt funktionierten, und außerdem mußten die
Kranschwenkungen stets mit Hand- und Zugseilen ausgeführt
werden. Die Firma Armstrong stellte im Jahre 1846 in New-
Castle-on-Tyne den ersten hydraulischen Kran nach dem
b laschenzugsystem auf, der sowohl für Hubwerk als auch für
Drehwerk eingerichtet war. Solche Kräne gelangten später auch
ln Hamburg zur Aufstellung. Aber die Mindestspurweite dieser
fahrbaren Kräne mußte 2,5 m betragen, und dadurch ging dieser
ganze Platz am Kai für den Verkehr von Rollfuhrwerk und später
v on Eisenbahnen verloren. Deshalb ging man in der Folgezeit
zu sog. Portalkränen über, Kräne, die auf einem hohen fahrbaren
Gerüst stehen, unter dem Wagen und Eisenbahnzüge bequem hin
durchfahren können. Der erste Portalkran wurde in Bremen im
Jahre 1887 aufgestellt. Trotz der verschiedenen Vorteile der
hydraulischen Kräne kam man doch von ihrem Gebrauch wieder