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Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit.
sonen zumeist auf dem Elend — indirekt also auf dem Eigentum r ) —,
und da die wesentliche Funktion der Kegiernng der Schutz des
Eigentums ist, so sind die Gesetze, die sie beschützen, hauptsächlich
Gesetze zum Schutze des Besitzes.
Das Eigentum nun — und in diesem Punkt begnügen sich die
Anarchisten damit, die Kritik der Sozialisten unverändert zu über
nehmen * 2 ) — ist nichts anderes als die Organisation der Ausbeutung,
indem eine Minderheit von Besitzern durch sie die Massen in einer
.ewigen Versklavung hält, und sie dazu zwingt, für ein Spottgeld zu
arbeiten, während sie selbst sich die Muße, die Annehmlichkeiten
des Luxus und der Kultur und alle Wohltaten der Zivilisation vor
behält. Das Privateigentum ist das Privilegium par excellence, von
dem alle anderen abstammen. Der Staat ist weiter nichts als die
Schutzmauer des Eigentums. „Ausbeutung und Kegierung,“
5 ) „Die Gesellschaft fabriziert selbst jeden Tag Wesen, die unfähig sind, ein
ehrliches Leben der Arbeit zu führen, Wesen, die mit antisozialen Gefühlen getränkt
sind.“ Kkopoikin, angeführt von Bltzbacher, op. cit. S. 221. „Da die Organi
sation der Gesellschaft stets und überall die einzige Ursache der von den Menschen
verübten Verbrechen ist, so ist es eine Heuchelei oder eine klare Widersinnigkeit
von seiten der Gesellschaft, die Verbrecher zu bestrafen, denn eine jede Strafe setzt
die Schuld voraus, und die Verbrecher sind niemals schuldig . . . Wir leugnen den
freien Willen und das angebliche Kecht der Gesellschaft, Strafen zu verhängen . . .
Jedes menschliche Individuum ist das unwillkürliche Produkt eines natürlichen und
sozialen Milieus, in dem es geboren worden ist, sich entwickelt hat, und dessen
Einfluli fortgesetzt auf ihm lastet. Die drei groben Ursachen der menschlichen
Iramoralität sind: Ungleichheit, sowohl im politischen wie im wirtschaftlichen und
sozialen Sinne; Unwissenheit, die sich mit Naturnotwendigkeit daraus ergibt, und ihre
notwendige Folgeerscheinung: Sklaverei“ (Bakunin, Programme de l’Alliance
im Social-politischen Briefwechsel, S. 332—333).
„Das Eigentum und das Elend sind die großen Grundursachen der Verbrechen ...
Wenn nun die schlechte soziale Organisation die Grundursache der Verbrechen ist, so
müssen sie mit ihr verschwinden“ (Jean Grave, La Societe future S. 137—138).
2 ) „Muß man denn“, sagt Bakunin, „die unwiderstehlichen Argumente des
Sozialismus wiederholen, Argumente, deren Zerstörung bisher keinem bürgerlichen
Volkswirtschaftler gelungen ist? Was ist denn das Eigentum, was ist denn das
Kapital in ihrer heutigen Form? Für den Kapitalisten und für den Eigen
tümer ist es die vom Staate garantierte und beschützte Macht und das Eecht, ohne
Arbeit zu leben; und da weder das Eigentum noch das Kapital auch nur das geringste
erzeugen, wenn sie nicht durch die Arbeit befruchtet sind, so bedeutet dies die
Macht und das Eecht, von der Arbeit anderer zu leben, die Arbeit derer auszubeuten,
die, ohne Eigentum und ohne Kapital, gezwungen sind, ihre produktiven Kräfte den
glücklichen Besitzern des einen oder des anderen zu verkaufen“ (CEuvres, B. III,
S. 191). Vgl. auch Kropotkin, La Conquete du Pain: „Häuft nur die Beispiele,
wählt sie aus wo ihr wollt; denkt einmal nach über den Ursprung all der großen
und kleinen Vermögen, ob sie nun vom Handel, der Bank, der Industrie oder dem
Boden herkommen. Überall werdet ihr feststellen, daß der Reichtum der einen aus
dem Elend der anderen besteht.“ S. 56. Dieser Satz faßt eine ganze lange, vor
hergehende Beweisführung zusammen.