Full text : Finanzwissenschaft

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Vorrede.

seinen  kaum  übersehbaren  Details,  sondern  um  eine  theoretische ­
  Darstellung  der  großen  für  Theorie  und  Praxis  wichtigen
finanziellen  Probleme.  Die  neuere  finanzielle  Gesetzgebung  in  ihren
bedeutenderen  Schöpfungen  und  die  wichtigeren  Resultate  des  Staatshaushaltes ­
  in  ihrer  statistischen  Spiegelung  sind  besonders  berücksichtigt ­
  worden.
Es  kann  die  Frage  gestellt  werden,  ob  wohl  angesichts  der
großen  grundlegenden  Werke  der  deutschen  und  der  internationalen
Wissenschaft,  so  der  Werke  von  Stein,  Wagner,  Schaffte,  Leroy-Beaulieu
  und  den  gediegenen  Arbeiten  vieler  Anderer  die  Herausgabe ­
  dieses  Werkes  berechtigt  ist?  Ich  erlaube  mir  die  Frage  zu
bejahen  in  dem  Sinne,  als  hiernach  unsere  Mitarbeit  an  der  internationalen ­
  und  namentlich  der  europäischen  Studienanbeit  bekundet
und  in  das  Charakterbild  der  europäischen  Finanzreform,  die  unser
Finanzwesen  andeutende  Linie  hineingezeichnet  werden  soll.
Die  Drucklegung  dieses  Werkes  begann  anfangs  Juli  1918
und  hat  sich  infolge  der  außerordentlichen  Ereignisse  und  Umwälzungen ­
  sehr  verzögert.  Manche  Daten  entsprechen  nicht  mehr
den  gegenwärtigen  Verhältnissen,  waren  aber  nicht  mehr  abzuändern,
andere  haben  vielleicht  das  Interesse  verloren.  Eine  eventuelle
neuere  Auflage  wird  hoffentlich  schon  unter  definitiven  Zuständen
erscheinen  und  diese  in  Betracht  ziehen  können.  Die  schwierigen
Verhältnisse  —  Manuskripte  gingen  infolge  der  postalischen  Unregelmäßigkeiten ­
  in  Verlust  —  mögen  auch  die  vielleicht  größere
Zahl  der  Druckfehler  entschuldigen.
Bei  der  großen  Masse  und  den  raschen  Veränderungen  der
positiven  Details  sind  natürlich  auch  Fehler  unvermeidlich.  Ich
hoffe  Entschuldigung  zu  finden  und  werde  auch  für  jede  Berichtigung ­
  dankbar  sein.
Die  Verzögerung  des  Erscheinens  dieses  Werkes  hatte  auch
zur  Folge,  daß  das  in  dieser  Vorrede  über  die  Richtung  der  zukünftigen ­
  Finanzpolitik  Gesagte  zum  Teil  zur  Wirklichkeit  geworden,
ja  in  einzelnen  Staaten  schon  überholt  ist.  Ich  habe  aber  dieses
Prognostikum  nicht  post  factum,  sondern  schon  im  Jähe  1917  in
der  ungarischen  Zeitschrift  „Finanzrevue“  dargelegt.
Die  neuesten  den  Krieg  und  den  Gewaltfrieden  liquidierenden,
die  Lebenskraft  der  Völker  bedrohenden,  markerschütternden  Steuern
konnten  nicht  mehr  berücksichtigt  werden.
Budapest  im  Dezember  1919.
            
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